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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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618
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618 HL Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigj ährigen Kriege etc.

Meschtscherski kehrte erfolglos nach Nowgorod zurück. DieMordwaund die Tscheremissen, durch Scheremetjef s Abzug ermuthigt, wag-ten sogar einen Anschlag, sich unvermuthet Nishni-Nowgorod's zu be-mächtigen, wohin sie auch am 1. Oktober heimlich aufbrachen, sie hattenjedoch keinen Erfolg, da die Nishegorodzen vorsichtig und wachsamwaren. Auf der andern Seite drangen die in Jaransk versammeltenBanden von aufrührerischen Wolga-Kasaken, Strelitzen und Wiesen-Tscheremissen in die Wjätsker Provinz ein, bemächtigten sich, 1400Mann stark, am 18. November Kotelnitsch's und schickten aufrührerischeSchreiben in alle Provinzen. Der in Wjatka commandirende WojewodeFürst Uchtomski sammelte in Orlow an 1200 Mann und rückte aufKotelnitsch, als aber die Rebellen von da nach Jaransk abzogen, ver-folgte er sie nicht, sondern Hess nur 1000 Ratniki in Kotelnitsch zurück,alle übrigen entliess er nach Hause.

Inzwischen hatte der nach Tuschino zurückgekehrte Roszinskinicht vermocht auch die Saporoger zu der Conföderation zu verleiten.Sie weigerten sich daran Theil zu nehmen, indem sie meinten, dass esihnen vortheilhafter sein werde, unter den Fahnen ihres Königs zukämpfen. 3000 derselben standen zur Zeit vor Wjasma, alle übrigenwurden von Roszinski vor Bjelaja geschickt. Vor dieser Stadt ein-treffend bemächtigten sie sich der Vorstadt (Possad) nach hartem Kampfe,in welchem, nach polnischen Angaben, 3000 Einwohner von Bjelaja ge-fallen sein sollen. Die übrigen in der Stadt Belagerten setzten sichstandhaft zur Wehre. Den Saporogern wäre es nicht schwer geworden,die hölzerne Stadtmauer anzuzünden, um aber die von ihnen darin er-hoffte Beute nicht zu verlieren, beschlossen sie bei der ersten günstigenGelegenheit sie mit Sturm zu nehmen. Inzwischen aber schickten sie zumKönige, Hessen ihm ihre Ergebenheit vermelden und baten sie zu unter-stützen. Sigismund befahl dem Wjelishsker Starosten Gonssjäwskiihnen mit 500 Reitern zu Hülfe zu kommen. Bald danach unterwarfensich auch die Saporoger in Wjasma Sigismnnd.

Ihrer Mitwirkung beraubt, beharrten dennoch die Tuschinoer Polenbei ihrer Absicht, sich dem Könige nicht zu unterwerfen und schicktenGesandte an ihn, um die Beschwerden des ganzen Heeres vorTuschino entgegen zu nehmen. Am 13. November vor Smolensk ein-getroffen , wurden die Gesandten andern Tages vom Könige empfangenund brachten ihre Beschwerden sehr kühn und unangemessen vor. DieUnterhandlungen mit ihnen wurden einige Tage in gleichem Sinne undGeiste fortgesetzt, und endigten mit der Weigerung des Königs undseiner Würdenträger, auf die Forderung der Gesandten einzugehen. Um