Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. . 617
den aus Moskau vorbrechenden Fürsten Dimitrji Schuiski abgewiesen,dem bei dieser Gelegenheit 300 polnische Gehülfen in die Hände fielen.Kurakin und Lykow rückten nach beendetem Schanzenbau aus Stro-mynja ab und trafen bald danach in Alexandrowska-Sloboda ein.
Die allmähliche Verstärkung S k o p i n' s und die Sicherung der Ver-bindung zwischen ihm und Moskau gaben endlich die wohlthuende Zu-versicht auf die nahe Befreiung Moskau's wie des Troizko-Klosters. Alleihr Vaterland liebenden Bussen sahen mit Verehrung und Hoffnung aufSkopin, der, nach ihrer Ueberzeugung, offenbar den hohen Beruf hatteder Befreier von Bussland zu sein. Aber gerade diese allgemeine Hin-neigung zu ihm erweckte grosse Gefahren für ihn wie für Bussland.
Frokopji Ljapunow beherrschte noch die Geister der ihm er-gebenen und Wassilji noch getreuen Bjäsanzer. Den TuschinoerBäuber verachtend, wie vordem den Verbrecher Bolotnykow, hassteer Wassilji und war überzeugt, dass Bussland unter seiner unglück-seligen Begierung nie zur Buhe kommen werde. Skopin hielt er fürden einzigen Mann jener Zeit, welcher nicht allein das Vaterland zuretten vermöge, sondern auch würdig sei der Herrscher von Busslandzu werden. In dieser Ueberzeugung schickte er Gesandte an ihn miteinem Schreiben, in welchem er im Namen des ihn preisenden Vater-landes ihm antrug auf den Thron zu steigen an Stelle des, nach der all-gemeinen Meinung dazu unwürdigen, Wassilji. Skopin zerriss inedlem Unwillen das Schreiben und befahl die Ueberbringer in den Thurmzu sperren. Erweicht jedoch von ihren Bitten um Gnade, da sie die schuld-losen Werkzeuge Ljapunow's seien, welchem Niemand in Bjäsan nichtzu gehorchen wage, entliess Skopin sie nach Bjäsan. Diese unbedacht-same Grossmuth hatte verderbliche Folgen für ihn. Seine Neider, derenviele waren, besonders Dimitrji Schuiski und andere Brüder undVerwandte Wassilji' s, schwärzten ihn bei Letzterem an, indem siebehaupteten, dass, wenn Ljapunow's Vorschlag Skopin nicht gefallenhätte, er die ihn zum Verrathe Auffordernden strenge bestraft habenwürde, indem er ihnen aber verzieh, habe er sich eine Macht angemaasst,welche nur dem Zaren zustehe. Diese hinterlistigen Einflüsterungen er-weckten in Wassilji' s Herzen Feindseligkeit gegen den zuverlässigstenBeschützer seines Thrones und waren für Bussland namentlich dadurchschädlich, dass sie die moralische Kraft Skopin's gerade zu einer Zeitlähmten, wo seine Lage keineswegs günstig war. Der Aufruhr herrschtenoch rings um ihn her, vor wie hinter ihm, in Pskow wie im Gebiete derMordwen und Tscheremissen. Vergebens hatte Fürst Meschtscherskisich auf Skopin's Befehl am 1. Oktober von Neuem mit einem ausNowgorodzen und Schweden bestehenden Truppen-Corps von Nowgorodnach Pskow aufgemacht. Die Pskowiten blieben hartnäckig, und