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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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616 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjiihrigen Kriege etc.

beschloss er sich persönlich von der Stellung und Stärke Jenes Heereszu überzeugen; er zog deshalb am 28. Oktober mit 4000 Mann aus sei-nem Lager aus und rückte am 29. Oktober gegen Alexandrowska-Slobodavor. S k o p i n schickte ihm Hauptleute mit Ssotnien entgegen, welcheSapieha jedoch zurückwarf und bis zu den Schlagbäumen verfolgte,welche das Dorf deckten. Nun rückte er selbst mit seinem ganzen Heereaus der Sloboda vor, trnd nach heissem Kampfe ward Sapieha ge-zwungen vor der bedeutenden Uebermacht zurückzuweichen und in seinLager vor dem Kloster zu gehen. Dort erklärte er Roszinski, dassin Folge der erheblichen Verstärkung Skopin's sie Beide mit vereintenKräften gegen diesen zu operiren hätten. Roszinski aber wollte ihnnicht unterstützen und kehrte am 30. Oktober mit seinen Truppen nachTuschino zurück.

Nach seiner Entfernung wurde Sapieha's Lage schwierig. ObgleichS k o p i n, von allen Seiten her Verstärkungen erwartend, selbst nochnicht aus Alexandrowska-Sloboda aufbrach, so führte er doch durch dievon ihm ausgeschickten Corps erfolgreich westlich und östlich vomTroizko-Kloster den kleinen Krieg, bedrängte dessen Belagerer und griffihre Fourageurs auf. In diesem kleinen Kriege thaten sich bei dem be-reits gefallenen tiefen Schnee besonders 4000 Schneeschuhläufer aus dennordöstlichen Provinzen Russlands und aus dem schwedischen Nord-Bottnien hervor, vor welchen selbst die feindliche Reiterei sich nicht zuretten vermochte.

Indessen ging das Eintreffen von Verstärkungen bei Skopin nichtganz glücklich vor sich. Scheremetjef vereinigte sich nicht ohneVerluste mit ihm, weil er vorher aus Wladimir auf Susdal gegangen war,um Lissowski daraus zu vertreiben, ohne zu erwägen, dass er mitseinem Tieflands-Fussvolke in den Ebenen dort der gewandten ReitereiLissowski's gegenüber einen schweren Stand haben müsste. DerLetztere war ihm in der That mit allen seinen Kräften entgegengezogen(4000 Mann Reiterei, grösstentheils donsche Kasaken) und hatte Sche-remetjef so geschlagen, dass er 300 Mann einbüsste und kaum nachWladimir zurückgelangen konnte. Nach Zurücklassung der erforder-lichen Zahl von Ratniki dort, traf er endlich am 11. November in Alexan-drowska-Dorf ein.

Ungefähr um dieselbe Zeit erhielt Skopin auch von Wassilji ansMoskau Verstärkungen. Die Bojaren-Fürsten Kurakin und Lykowerhielten Befehl, am 1. November mit 3000 Ratniki aus Moskau nach derSloboda aufzubrechen, um die Verbindung zwischen beiden Orten dauerndzu sichern. Zu dem Ende warfen sie Schanzen auf in Stromynja und zwi-schen hier und Moskau in Misinow und Ismailow. Den Bau der Schanzein Ismai'low wollten die Polen in Tuschino stören, sie wurden aber durch