Beinerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 615
eins derselben, unter Befehl des Fürsten Dimitrji MichailowitschPosharski den Heerhaufen Salkow's an derWladimirschen Strasse amFluss Peckorka und schlug ihn dermaassen, dass die ganze Bande siehzerstreute und Salkow, nur mit 30 Mann übrig bleibend, dem Was-silji seine Unterwerfung erklärte.
Aber auch im Tuschinoer Lager herrschte keine Ruhe, sonderngrosse Erregung bei den Polen, nicht sowohl wegen der Annäherung vonSkopin, als in Folge der Einschliessung von Smolensk durch Sigis-mund, welcher — nach ihrem Ausdruck — in die russischen Grenzenlediglich deshalb eingedrungen war, um sie der von dem Prätendentenverdienten Belohnungen zu berauben und die durch ihr Blut und ihre An-strengungen errungenen Vortheile für sich auszunutzen. Roszinskiselbst sogar suchte sie gegen den König aufzuwiegeln. Zum Hetman derTruppen des Prätendenten avancirt, über die er eigenmächtig und unbe-schränkt disponirte, ohne irgendwelche Rücksichtnahme auf den Präten-denten, wünschte er weder der Macht des Krons-Hetman noch selbst derdes Königs sich unterzuordnen. Er berief also einen Kolo, schlugden polnischen Sholnery vor, unter keinem Vorwande dem Dienste desZarewitsch Dimitrji abtrünnig zu werden, ihn auf den moskauischenThron zu-führen und dann von ihm eine allgemeine Belohnung für siealle zu verlangen: wenn sich das aber verzögerte. sollten sie die Pro-vinzen Rjäsan und Sjäversk besetzen, die Einkünfte aus denselben ein-ziehen und nicht auseinandergehen, ehe sie nicht vollkommen befriedigtseien. Alle billigten diesen Vorschlag und unterzeichneten eine Con-föderations-Akte darüber. Aber damit liess Roszinski sich noch nichtgenügen: überzeugt, dass nur die Einmüthigkeit aller beim Prätenden-ten dienenden Polen der von ihm organisirten Conföderation Kraft ver-leihen könne, begab er sich mit einem Theil der Truppen inSapieha'sLager vor dem Troizko-Kloster, um sowohl Sapieha wie alle bei diesembefindlichen polnischen Sholnery zur Unterschreibung der Conföderations-Akte zu bewegen. Sapieha aber, in dessen Lager Roszinski am18. Oktober erschien, weigerte sich die Akte zu unterzeichnen und sich demWillen des Königs zu widersetzen, war im Gegentheil der Meinung, dasses zweckmässiger sei, den König um die Erlaubniss zu bitten, die ver-diente Belohnung nachzusuchen. Mit den Debatten hierüber vergingeneinige Tage, und die Hartnäckigkeit Sapieha's brachte den feurigenRoszinski derartig auf, dass er am 26. Oktober mit gezogenem SäbelinSapieha's Wohnung eindrang. Sapieha aber erklärte ihm ruhigund kaltblütig, dass jetzt keine Zeit zu persönlichen Händeln sei, da diefür sie Beide Gefahr bringende Nähe Skopin's sie vielmehr verpflichteeinander zu helfen. Von der nahen Nachbarschaft S k o p i n' s beunruhigt,
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