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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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612 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

russischen Verräthern jede Art von Freiheiten und Belohnungen zu ver-sprechen , wenn sie zum Könige übergingen. Kurzum — die Gesandtensollten offen und heimlich mit den Einen und Andern ganz wie miteinem Krieg führenden Gegner verhandeln, um sie vom Präten-denten zum Könige herüber zu ziehen. Ausserdem aber sollten sie inVerbindung mitWassilji und mit den moskauischen Behörden treten,um Ersteren zur Herstellung des Friedens (welchen nicht er und dieRussen, sondern Sigismund mit den Polen gebrochen hatten) durchOpfer im Interesse der Rjätsch Pospolitaja (eine offenbare und mit Nichtszu vergleichende Ungerechtigkeit), die Letzteren aber zur Annahme vonHülfe und Schutz von Seiten des Königs (also der Oberhoheit des Königs)zu bewegen. Die Arglist dieser Politik des Königs Sigismund bedarfkeiner weiteren Erklärung. An den Prätendenten hatten nur die Sena-toren geschrieben und ihn, den Erlauchtesten Fürsten, gebeten, dieGesandten des Königs freundlich aufzunehmen und ihnen den Aufenthaltin seinem Lager zu gestatten, so lange ihre Geschäfte daselbst dies er-fordern würden.

Mit diesem Auftrage und Instruction ritten die Gesandten am 2. No-vember aus dem Lager des Königs vor Smolensk ab.

Während dessen hatte Skopin über zwei Monate in Koljasin ge-legen, die Vereinigung mit Delagardie erwartend, welche endlich am26. September (Anfang der Belagerung von Smolensk durch Sigismund)vor sich ging. Um keinen Vorwand zu neuer Unzufriedenheit zu geben,hatte Skopin noch vorher an Delagardie behufs Vertheilung an dessenTruppen, in Ermangelung von Geld, für 14974 Rubel (49913 heutige Ru-bel) Pelzwerk geschickt. Delagardie aber brachte nur im Ganzen2200 Mann Fremder mit sich, versicherte aber Skopin, dass ein neuesansehnliches Corps von Hülfstruppen aus Schweden unterwegs sei. Aberdie schwierige Lage Moskau's und des Staates erlaubte Skopin nicht,dessen Eintreffen abzuwarten, und nachdem er sich mit Delagardievereinigt ging er mit seinen 18000 Mann und den 2000 Fremden über dieWolga und rückte am 6. Oktober in Perejaslawl-Wladimirski ein. Vonhier beabsichtigte er auf Alexandrowska zu gehen, um im NothfallWassilji in Moskau Hülfe bringen zu können, sich diesem wie demTroizko-Kloster und auch Scheremetjef zu nähern und wiederumLissowski von Sapieha abzuschneiden. Aber von seiner vordem an-genommenen Art der Operationen in getrennten Corps und des Aus-weichen vor einem allgemeinen Kampfe nicht abgehend, blieb er mitden Hauptkräften in Perejaslawl und schickte nach Alexandrowska einCorps unter den Befehlen von W a 1 uj e w und S om m e. Letztere rücktenungesehen gegen die Sloboda Alexandrowska vor, überfielen den ahnungs-