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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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602 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

keit ausgesprochen. Sigismund's Sohn Wladislaw auf den mos-kauischen Thron zu erheben. Dies hatte in Sigismund's Geist denGedanken erweckt, sich durch dieses Mittel das moskauische Reich zuunterwerfen. Dieser Gedanke hatte immer festere Gestalt gewonnen, indem Maasse wie das Elend in Russland zunahm. Die inneren Zuständeaber in Polen selbst in den Jahren 1606 und 1607 (der Rokosch oderAufstand Zebrszidowski's und seiner Partei gegen den König) hattedamals Sigismund von einem Bruche mitWassilji zurückgehalten.Als dann 1607 die Ruhe in Polen wieder hergestellt war, fasste Sigis-mund seine Idee einer kriegerischen Unternehmung gegen Russlandvon Neuem auf, um so mehr, als die Gesandten Gonssjäwski undWitowski, und die Pany Stadnizki und Domorazki, welche imHerbst 1608 aus Moskau zurückkehrten, ihm versicherten, dass Russlandnicht im Stande sei, ihm "Widerstand zu leisten, dass die russischen Boja-ren anerkennten, dass nur die Thronbesteigung Wladislaw's das Landvor der gänzlichen Verwüstung und dem Untergange retten könnte, —und schliesslich, dass es gar nicht schwer sein werde, Schein selbst zurUebergabe von Smolensk zu bewegen. Diesen absurden Versicherungen,welche seinen Wünschen entsprachen, leicht Glauben schenkend, wäreSigismund am liebsten gleich zu Felde gezogen, der Krons-HetmanSholkj äwski aber, und besonders der Primas-Erzbischof von Krakaumachten ihm begreiflich, dass es unerlässlich sei, erst die Einwilligungdes Reichstages zu erlangen. Dieser wurde am 4. Januar 1609 zu War-schau eröffnet, mit Ausnahme von drei oder vier Senatoren billigten alleübrigen das Unternehmen gegen Russland, und der Reichstag bewilligteden Sholnery das grosse Gehalt, um sie zum Dienste williger zu machen.Sigismund wollte direkt auf Smolensk ziehen, Sholkj äwski da-gegen bestand darauf, in die Sjäversker Provinz einzudringen, wo manmit geringen Kräften und Mitteln doch schnelle und grosse Erfolge er-warten konnte, weil die Unterwerfung der hölzernen Städte in dieserProvinz kein schweres Unternehmen war, während zur Belagerung undEinnahme des stark befestigten Smolensk viel Zeit, Anstrengungen,Opfer, und besonders Fussvolk und Belagerungs-Artillerie erforderlichwaren, im königlichen Schatze sich nur geringe Mittel befanden, welcheeine langwierige Belagerung von Smolensk vollkommen erschöpfenkonnte, und zu deren Bewahrung es nöthig war, auf eine möglichstschnelle Beendigung des Feldzuges zu denken. So vernünftig und be-gründet aber auch diese Argumente Sholkjäwski's waren, Sigis-mund beharrte auf seiner Meinung, fest überzeugt, dass, sobald er nurvor Smolensk erschiene, Schein ihm sofort diese wichtige Festung über-geben werde. Aber bei dem ihm eigenen leichtsinnigen und wandelbarenCharakter, erkaltete sein Eifer für den Feldzug in Russland bald, da er