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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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576
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576 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Ein Theil der Bewohner von Wytschegda, Ustjug und Totma stand andem Sowjutgä-Fluss, 20 Werst von Solj-Galitzka, die Strasse nach Totmadeckend. Ausserdem hielten die Bewohner von Totma die Barrieren be-setzt in den Verhauen an den Flüssen Tolschma und Wotscha, sowie inDemjanow. Uehrigens kehrte L i s s o w s k i, von Sapieha abberufen,bald vor das Troizko-Kloster zurück.

Die Bändigung der aufständischen Bauern auf dem rechten Wolga-Ufer nahm der Susdalsche Wojewode des Prätendenten, Pleschtsche-jew, auf sich. Am 8. Dezember rückte er nach Schuja. auf dem Wegedorthin wurde er noch durch eine polnische Compagnie S sobolj ewski'saus Wladimir verstärkt. Die in Schuja versammelten 25000 Bauern ver-teidigten sich zwar in den Höfen sehr hartnäckig, vermochten aber dieStadt nicht zu retten: Pleschtschejew nahm die Verschanzuug undzündete die Vorstadt an. Aber die Bauern Hessen den Muth nicht sinken,sammelten sich von Neuem, 30000 Mann stark, zogen nach Schuja,Pleschtschejew ihnen entgegen, und am 11. Februar \ 609 wurdeLetzterer in einem von Tagesanbruch bis Mittag währenden hartnäckigenKampfe bei dem Dorfe Dunilowa, 16 Werst von Schuja, so total ge-schlagen , dass er mit einer kleinen Schaar von Ratniki sich kaum nachSusdal zu retten vermochte. Die Sieger folgten ihm dorthin, wurdenhier aber ihrerseits durch Pleschtschejew besiegt, welchem Sapiehazwei Compagnien Pjatigorzer unter Befehl des Rottmeisters Mirski zurVerstärkung zugesendet hatte. Von Susdal aufbrechend, schickte PI es ch-tschejew Polen und Kasaken auf Recognoscirung aus, welche am6. März die Oholuisker Niederlassung und das Städtchen Kljasemsknahmen.

§. 202.

Krieg im Jahre 1609. Belagerung des Troizko-Sergjejew-Klosters(Fortsetzung) uud Smolensk (Anfang).

Jenseits der Wolga nach Nordosten hin hatten die Bauern bessereErfolge als vor Susdal. Nach Lissowski's Abmarsch bemächtigtensie sich, fast 10000 Mann stark, beinahe widerstandslos Galitsch's undKostroma's. der Wojewode des Prätendenten in letzterem Orte, Welja-minow, setzte sich aber in dem Ipatiewschen Kloster nahe der Stadthinter dem Kostroma-Fluss fest. Ein anderer Bauernhaufe unter An-führung des Wojewoden Wyscheslawzew, den Skopin aus Now-gorod entsendet hatte, rückte aus Wologda gegen Romanow, zerstreutedie ihm entgegen geschickten Bojaren-Kinder und Tataren und eroberteam 3. März Romanow mit Sturm trotz einer den Aufrührern zugezogenenUnterstützung von 300 Polen und Kasaken aus Jaroslawl unter Galbo-wits eh. Letzterer zog sich auf Jaroslawl zurück, die Tataren auf Rostow.