Beraerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 577
Wyscheslawzew rückte, nachdem sich seine Schaar auf 40000Mann verstärkt hatte, nach Jaroslawl, von wo ihm der von Sapieha ge-sendete Tyschkewitsch mit einigen polnischen Compagnien und denJaroslawschenBojaren-Kindern entgegen zog. Wyscheslawzew theiltesein Aufgebot in drei Regimenter, welche hinter einander auf derselbenStrasse marschirten. Bei Tyschkewitsch's Herannahen zog sich dasAvantgarden-Regiment und das Grosse Regiment auf das Wacht-Regi-ment zurück, welches rückwärts hinter Verhauen stand. Tyschke-witsch hielt dies für Flucht und warf sich ungestüm auf die Zurück-gehenden, der tiefe Schnee erlaubte der Cavallerie nur auf der Strassezu folgen, auf welcher vor dem Verhau die Cavallerie Wyscheslaw-zew's stand, neben ihr einige Fuss-Ratniki auf Schneeschuhen, hinterihr das übrige Fussvolk. Mit dem ersten Choc brachten die Polen dierussische Reiterei in Unordnung, aber in der Verfolgung stiessen sie aufheftigen Widerstand hinter den Verhauen. Als die Bojaren-Kinder sahen,dass die Sache eine für Tyschkewitsch schlimme Wendung nahm,verliessen sie ihn nicht nur, sondern griffen ihn an. Nun blieb ihmNichts übrig als zurückzugehen, aber die Schneeschuh-Läufer umfasstenihn auf beiden Seiten des ihm allein offenstehenden Rückweges, und esgelang auf diese Weise einige Kasaken-Ssotnien abzuschneiden und auf-zureiben. Tyschkewitsch wagte nicht, sich in Jaroslawl zu ver-theidigen, welches am S.April ohne Gegenwehr von Wyscheslawzewbesetzt wurde. Sofort entsendete dieser ein Corps zur Befreiung vonUglitsch. Die darin befindlichen 200 Polen und Deutsche räumten denOrt, dessen Einwohner die zarischen Truppen mit Brod und Salz em-pfingen. Dieses Corps ging noch weiter bis zum Koljasin-Kloster, stiessaber hier auf nachdrücklichen Widerstand, und zog sich unter erheb-lichen Verlusten auf Uglitsch zurück.
Inzwischen operirte Alj abj e w mit dem nishegoroder Ratj an denUfern der Oka nur langsam. Obgleich er am 7. Januar vor Jakowzeweinen Rebellenhaufen besiegte , der aus Murom geschickt war, und am16. Januar bereits bis auf 20 Werst an diese Stadt gekommen war, sounternahm er doch lange Nichts gegen dieselbe, rückte erst um MitteMärz mit Zustimmung der Einwohner in dieselbe ein und sendete einCorps nach Wladimir. Die Bewohner dieser Stadt erhoben sich gegenden Wojewoden des Prätendenten, Weljaminow, steinigten ihn, nah-men das zarische Corps auf und rückten mit diesem, ungefähr 15000Mann stark, auf Susdal. Pleschtschejew bat bei Sapieha umHülfe und dieser schickte Lissowski mit 3000 donschen Kasaken unddrei Kanonen, und Strawinski mit einigen polnischen Compagnien.Am 3. April bei Susdal angelangt, schlugen sie das zarische Corps, —nach polnischen Quellen sollen 11000 Mann davon auf dem Platze ge-