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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 575

war (am 1. Dezember) zogen die Nishegorodzer vor Allem gegen die sichauf dem linken Oka-Ufer in Balachnja sammelnden Kebellen. Der Ober-Wojewode Fürst Repnin blieb in Nishni-Nowgorod, sein Gehülfe Al-jabjew aber ging am 2. Dezember mit einem Corps über die Oka. trafhalbwegs vor Balachnja bei den Dörfern Kopossow und Kosina die Ke-bellen, zersprengte sie, nahm ihnen die Kanonen und viele Gefangeneab, bemächtigte sich bei der Verfolgung Balachnjas und kehrte dann nachNishni-Nowgorod zurück. Die Hauptkräfte aber der Aufruhrer waren,aus verschiedenem Gesindel unter des Fürsten Wj asemski Anführung,auf dem rechten Oka-Ufer vorgerückt, um die Niederlage der Ihrigen aufdem linken Ufer zu rächen. Auch gegen diese wendete sich Alj abj e w,schlug sie am 5. Dezember bei Bogorodsk gleichfalls aufs Haupt, ver-folgte sie 15 Werst weit, nahm ihnen die Fahnen, Pauken und 500 Ge-fangene ab, worunter Wj asemski selbst, welcher von den Nishegorod-zen aufgeknüpft wurde. Durch diese Erfolge kühner gemacht, beschlossendie Nishegoroder Wojewoden, sich nicht auf die Defensive zu beschrän-ken, sondern zur Offensive über zu gehen. Am 9. Dezember brachAljabjew von Neuem auf, das rechte Oka-Ufer hinauf, schlug undzersprengte Rebellenbanden am 10. Dezember bei Worssma und am 11.bei Pawlow, und brachte ihnen grosse Verluste bei.

Die Folge davon war, dass auch die Dörfer der Umgegend sowiedie Städte auf dem linken Oka-Ufer sich gegen den Prätendenten er-hoben und dem Wa s si 1 j i unterwarfen. S ap i e h a aber entsendete am5. Dezember gegen Galitsch Strawinski mit 500 Reitern und nachdiesem am 10.Dezember auch Lissowski mit 2000 donschen Kasaken.Der Erstere schlug 7000 Bauern vor Welikaja- Solj und brannte dieVorstadt nieder, der Andere, bei Jaroslawl die Wolga überschreitend,gelangte bis zu dem Pfahldorf Monastyrski in Danilowa , nahm es nachziemlich heftigem Kampfe und brachte den es vertheidigenden Bauerngrosse Verluste bei. Dann zogen sie Beide bis Kostroma und Galitsch,und am 28.Dezember bemächtigte Lissowski sich Kostroma's, zerstörtees von Grund aus. zur Warnung für die andern vom Prätendenten abge-fallenen Städte, und nahm bald danach Galitsch ohne Widerstand inseinen Besitz. Weiter wagte er sich nicht, da er sich nicht stark genughielt, er begnügte sich vielmehr mit der Besetzung von Solj-Galitzkadurch sein Avantgarden-Corps.

Seine Vorsicht war nicht unbegründet gewesen: die nordöstlichenProvinzen und besonders Wologda griffen eilends zu den Waffen undrüsteten sich zu hartnäckigem Kampfe. Wologda wurde von seinen Ein-wohnern stark befestigt, mit zwei Schanzen, Thürmen, Graben undPallisaden, und mit Kanonen besetzt. Zu den bewaffneten Bewohnernstiessen noch viele Ratniki aus verschiedenen Städten des Nordostens.