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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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568 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Fürstenfeld, und die vom Lager abgesonderten Sapieha und Lis-sowski. Am 27. Oktober führten Dolgoruki und Golochwastowden Ausfall vom Konüscbenner Thore gegen die Mischutiner Scbluclitaus. Bruschewski's Compagnie wurde unvermutbet überfallen, aus-einandergesprengt , er selbst gerietb in Gefangenschaft. Dann wendetendie Wojewoden sich auf das Fürstenfeld und warfen Suma's Abthei-lung auf die Blagowjäschtschensker Schlucht zurück. Sapieha sen-dete schnell einige Truppen zu Fuss und zu Pferde zur Unterstützung,deren Ankunft die Wojewoden von weiterer Verfolgung der Fliehendenabhielt, worauf sie ohne irgendwelchen Verlust ins Kloster zurückkehrten.

Aber dieser vereinzelte Erfolg verbesserte die Situation der Belager-ten nicht, sondern führte nur zu um so engerer Einschliessung des Klo-sters. Die Belagerer verlegten die Einschliessungs-Linie näher heran,zogen Gruben und Dämme durch die Teiche und hinderten dadurch dieBelagerten Wasser daraus zu erhalten und das Vieh zur Tränke zu fuh-ren. Besonders aber beunruhigte die Belagerten die Angabe Bru-schewski's, dass die Belagerer eine Mine unter die Mauer führten,wo, sei unbekannt. Die Ausführung des Laufgrabens von der Mühle zurAnhöhe gegenüber dem schönen Thore gab Anlass zu der Vermuthung,dass von ihm aus die Mine unter den östlichen Theil der Festungswerkegelegt werden solle. Es wurde deshalb die häufige Anlegung von Horch-Schachten vor den Thürmen und unteren Mauergängen befohlen, auchein tiefer Graben vor der ganzen Ostmauer gezogen. Als der Feinddiese Arbeiten entdeckte, schickte er Infanterie dagegen vor, sie erlittaber durch Geschütz- und Flintenfeuer grosse Verluste und wurde danndurch einen Ausfall zurückgeworfen. Die hierbei in Gefangenschaft ge-rathenen Polen bestätigten die Legung von Minen, wussten aber auchnicht, wo. In Folge dessen wurde nun am 1. November um 9 UhrMorgens von Cavallerie und Fussvolk ein Ausfall in der Richtung aufden Laufgraben unternommen, der aber mit einem Verlust von 190 Todtenund Verwundeten und 7 Gefangenen zurückgeschlagen wurde.

Im Kloster entstand Niedergeschlagenheit und Furcht vor einerplötzlichen und verderblichen Explosion. Sapieha befahl, in der fol-genden Nacht Schanzkörbe und Schirmblendungen von dem Laufgrabennäher an die Mauer zu bringen und unter deren Schutze das Heer zu einemneuen Sturm zu führen. Aber die polnischen Arbeiter litten in der Nachtsehr von dem Feuer der Belagerten, und als es Tag wurde. machtenLetztere einen Ausfall, verjagten die Arbeiter und bemächtigten sich derSchirme und Schanzkörbe, von denen einige angezündet. andere insKloster gebracht wurden. Ein anderer Ausfall am 4. November, mit ge-ringeren Kräften, hatte jedoch wichtige Erfolge. Einige Fuss-Soldaten,nach dem Bergteiche hin ausfallend, wandten sich gegen den Laufgraben,