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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswert heste Kriege und Feldzüge. 563

Rjäsan) verblieben, welche, durch die Rebellen ihrer Guter beraubt,durch den Sold des Zaren lediglich die Mittel fanden, sich und ihreFamilien zu ernähren.

Wenn in dieser hoffnungslosen Lage Moskau's Sapieha und Ro-szins ki gleichzeitig es von zwei Seiten angegriffen hätten, so würdensie es wahrscheinlich in ihre Gewalt gebracht und den Krieg mit demTriumphe des Usurpators geendet haben. Aber sie wagten das nicht, dasie das unvermeidliche grosse Opfer an Menschen scheuten, vielleichtauch durch Plünderung die Schätze in Moskau zu verlieren fürchteten,welche sie sicher zu erlangen hofften, wenn sie Moskau durch enge Ein-schliessung zur Uebergabe zwangen. Sapieha zog sogar nicht aufMoskau, sondern rückte wieder gegen das Troizki-Kloster, welchem eram 25. September seine Ankunft durch einige darauf abgefeuerte Kano-nenschüsse verkündete.

Belagerung des Troizko-Sergjejew-Klosters (Anfang).

Das Troizko-Kloster, um die Mitte des 14. Jahrhunderts durch denehrwürdigen Pater Sergjei gegründet, 60 Werst im Nord-Osten vonMoskau inmitten der Radonesher Waldungen gelegen, von Edigei zer-stört und zu Anfang des 15. Jahrhunderts durch den Schüler und Nach-folger des heiligen Sergjei, den Igumenen Nikon, wieder aufgebaut,war schon um die Mitte des 16. Jahrhunderts von einer hohen und dickenSteinmauer mit eben solchen Thürmen und einem tiefen Graben umgeben.Johann IV. erbaute zu ehrfürchtigem Gedächtniss au den heiligenSergjei, welcher den Grossfürsten Dimitrji Johannowitsch vorder Schlacht gegen Mamai gesegnet hatte, im Kloster zwei prächtigeKathedralen, einen Palast aus Stein, und mehrere Gebäude für dieMönch-Bruderschaft, verlieh dem Igumenen die Würde eines Archiman-driten, gab ihm einen Gerichts-Freibrief und die Gerichtsbarkeit über 11Klöster (Monasterien daher dieses Kloster eine Lawr a, Kloster erstenRanges, wurde) und befreite alle klösterlichen Güter in den verschiede-nen Gegenden des Reiches von Abgaben und Gebühren. Zu Anfang des17. Jahrhunderts gehörten zu denselben an 100000 Bauern, und wurdenin der Sacristei des Klosters unermessliche Reichthümer an Geld, Gold,Silber, Edelsteinen u. s. w. aufbewahrt. Durch seine Befestigungen sehrstark war diese Lawra unter Wassilji Schuiski ein ausserordentlichwichtiger Kriegs-Vertheidigungs-Punkt für ihn, indem sie Moskau's Ver-bindungen mit ihr und mit dem Nord-Osten und Osten des Reichessicherte, und durch ihren Reichthum an Mitteln und Hülfsmitteln allerArt Wassilji und Moskau beständig mit Geld, Lebensmitteln und son-stigen Vorräthen versorgte.