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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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562 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

schlagen, hatten ihre Geschütze eingebtisst und wollten sich schon zu-rückziehen. Aher auf des, im Gefecht von einer Flintenkugel verwundeten,Sapieha Zuruf wendeten zwei Husaren- und zwei Pjätigorsker Cho-rugwj, welche allein noch nicht in voller Auflösung waren, sich mit ihmgegen den Feind zurück und attakirten mit solchem Ungestüm aufKomodanowski's Regiment, dass dieses nicht Stand hielt und dieUnterstützung des Wacht- und des Grossen Regiments verlangte. Aberdas Wacht-Regiment, an dessen Spitze der sehr verzagte Golowinstand, wendete den Rücken, wich auf das grosse Regiment zurück, ver-wickelte dieses in den Rückzug, und das ganze zarische Heer, in Ver-wirrung und Unordnung gebracht, wendete sich zur Flucht! S a p i e h asetzte die Verfolgung 15 Werst weit fort und erbeutete 15 Fahnen, sowieeine Menge Gefangener. Die zarischen Ratniki machten sich währendder Flucht grösstentheils nach Hause aus dem Staube, und nur mit einemkleinen Häuflein Getreuer kehrten die Wojewoden nach Moskau zurück, so gross war die Auflösung dieses 40000 Mann starken Aufgebotes!

Schrecken bemächtigte sich Moskau's, das seine letzte Hoffnung aufRettung gescheitert zu sehen meinte, und bei der allgemeinen Muthlosig-keit gingen Viele, nicht blos vom gemeinen Volke, sondern auch Vor-nehme heimlich in das Tuschinoer Lager über. Um ihr Entfliehen zu hin-dern, wollte Wassilji zuerst grossmüthig sein und erklärte, dass erNiemanden wider Willen bei sich zu behalten wünsche, und Jedem frei-stehen solle Moskau zu verlassen, oder das Kreuz darauf zu küssen, dasser während der Belagerung in Moskau verbleiben wolle. Unter demEindruck der ersten Begeisterung schworen zwar Alle, dass sie »für dasmoskowitische Haus der Mutter Gottes« sterben wollten, aber am fol-enden Tage schon entblödeten sich Viele derselben nicht nach Tuschinozu desertiren, und diesen folgten Andere, darunter die Stolniki FürstenDimitrji Timothjejewitsch Trubezkoi, Tscherkasski, undSsizki, zwei Brüder Sassjäkin, und Michael Buturlin. Ausser-dem verliessen eine grosse Zahl aussermoskauischer Grundbesitzer dieStadt und kehrten nach Hause zurück. Nun aber griff Wa s si lj i ange-sichts dieser schimpflichen Desertion zu strengen Zwangs-Maassregeln,sendete nach allen Orten Befehle an sämmtliche Dworjane und Bojaren-Kinder, dass sie ohne Ausnahme nach Moskau kommen sollten, unterAndrohung von Todesstrafe für Ungehorsam, für Entziehung ihres Ver-mögens dem Schatze, sogar für Verheimlichung ihrer Leute (Dienstpflich-tigen, welche sich dem Dienste entzogen). Aber die Gewalt der gesetz-lichen Regierung war schon so schwach und so gering geachtet, dassNiemand zum Dienst erschien, und dass in Moskau fast einzigund allein die Gutsherren der sjäversker Provinz und der sarjätscherUkraine (auf dem rechten Oka-Ufer, von Kaluga bis zur Grenze von

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