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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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BemerkensTvertlieste Kriege und Feldzüge. 561

heftigeren, den ganzen Tag währenden Kampfe i das zarische Heer warins Feld genickt, wurde aber bis an die Stadt zurückgedrängt.

Nach Sapieha's Eintreffen hielt sich der Usurpator, wenngleichdurch Jenen erheblich verstärkt, doch immer noch nicht stark genug, umeinen Sturm auf Moskau zu wagen. Sapieha hinwiederum wollte sichdem Koszinski nicht gern unterordnen, sondern selbstständig und ge-trennt von diesem operiren. Um dem zu entsprechen, wurde in einemallgemeinen Käthe beschlossen, ihm die Eroberung des Troizko-Sergje-jew-Klosters zu übertragen, das für den Prätendenten sehr wichtigwar, sowohl weil es die Verbindungen Moskau's mit dem Wolga-Gebietestützte, von woher W a s s i 1 j i lediglich Verstärkungen, Gelder und Vor-räthe erhielt, als auch weil es sehr reich war, grosse und kostbare Schätzein sich einschloss, zugleich aber wie eine starke Festung gebaut undverschanzt war. Um den Erfolg des Unternehmens S a p i e h a 's gegendieses Kloster mehr zu sichern, wurde sein Corps durch Hinzufügungeiniger polnischer Banner und derjenigen Kasaken und russischen Re-bellen, welche unter Lissowski's Befehlen durch ihre Streifzüge dasRjäsansche, Wladimirsche und Nishegoroder Gebiet verwüstet und beider Rückkehr dicht vor dem Troizko-Kloster die Klementjew'sche Vor-stadt eingeäschert hatten, bis auf 30000 Mann verstärkt. Am 13. Sep-temberzog Sapieha aus dem Tuschinoer Lager aus, am folgenden Tagestand er in Bratowschtschina an der Strasse von Moskau zum Troizko-Kloster und blieb hier mehrere Tage stehen, wahrscheinlich um Lis-sowski abzuwarten.

Wassilji, von der Theilung der feindlichen Streitkraft« unter-richtet, beschloss davon Nutzen zu ziehen, Sapieha anzugreifen undihm eine Niederlage beizubringen. Zu diesem Zwecke bot er dasAeusserste auf, um ein Heer von drei Regimentern mit 30000 MannReiterei und 10000 Mann Fussvolk aufzubringen, das er unter den Be-fehl seines Bruders, des Fürsten Iwan Schuiski stellte: beim Avant-garden-Regiment war der Okolnitsch Romodanowski, beim Wacht-Regiment der Okolnitsch Golowin. Als Schuiski am 21. Septemberin Bratowschtschina anlangte, fand er Sapieha nicht mehr da, derselbewar am nämlichen Tage nach dem Dorfe Wosdwishenskoe abgerückt.Schuiski folgte am 22. September ebendahin, wo Sapieha auf dieKunde hiervon in seinem Lager ein bedeutendes Corps Infanterie undeinige Ssotnien Reiterei stehen gelassen hatte, um es zu vertheidigen,während er mit dem Rest seines Heeres nach Bratowschtschina zurück-marschirte. Unterwegs stiess er bei dem Dorfe Rachmanow auf Schuiskiund es kam zu einem heissen Kampfe, in welchem der Sieg lange hinund her schwankte. Sapieha griff zuerst an, fand aber bei Romoda-nowski kräftigen Widerstand. Zweimal wurden die Polen zurückge-