560 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
verehrten Metropoliten Isidor bewog die Nowgorodzer dem Eide gegenWa s s i 1 j i nicht ungetreu zu werden und S k o p in zu bitten, dass er nachNowgorod zurückkehre. Der hierüber hoch erfreute und in Nowgorodvon allen Klassen mit Auszeichnung empfangene Skopin ging ungesäumtan die Formation eines neuen Aufgebotes und setzte sich mit dem GrafenMannsfeld, Befehlshaber der schwedischen Truppen inLivland, inVerbindung. Letzterer schickte ihm den königlichen Secretär MonsMartenson, um die Bedingungen wegen des Unterhaltes eines Hülfs-Heeres zu vereinbaren. Martenson verkaufte die angebotene Hülfesehr theuer, aber Skopin war gezwungen einzuwilligen, dass das schwe-dische Hülfs-Heer aus 3000 Mann Infanterie und 2000 Mann Cavalleriebestehe, von welchen jeder berittene monatlich 25 Jefimok, jeder Fuss-Soldat 12, der Ober-Feldherr 5000, 2 Unter-Generale je 4000, die Kitt-meister (Hauptleute) und übrigen Offiziere 5000 Jefimok erhalten sollte,im Ganzen also 100000 Jefimok (140000 Silber Bubel heutigen Werthes).Für den Abschluss des definitiven Vertrages bei der Keichs-Versammlungin Wyborg schickte Skopin dorthin seinen Schwager, den StoluikGolowin und den Djaken Zinowjew mit 4800 Bubel als Anzahlung,da er nicht mehr Geld hatte auftreiben können.
Während dessen erhielt der Frätendent in Tuschino, wie schon ge-sagt, immer neue Verstärkungen aus Polen. Den bedeutendsten Zuzughatte der ehrgeizige und habgierige Johann (Jan) S a p i e h a zusammen-gebracht, der Uswjatsker Starost, und belief derselbe sich auf 7000 MannSchljachtizen-Cavallerie. Am 17. Juli überschritt er mit demselben dierussischen Grenzen uud rückte auf der Strasse nach Moskau bei Smolenskvorbei, wo der Bojar Schein das Commando führte, am 1. August ginger über den Dnjepr 5 Werst unterhalb Smolensk nahe der Mündung derDubrowna, und am 3. August zog er um den auf dem linken Ufer geleg-nen Theil der Stadt auf 1 Werst etwa von den Festungswerken, um dieStrasse nach Moskau zu gewinnen. Aber von Truppen, welche Scheinihm entgegengesandt hatte, nach Norden zurückgeworfen, konnte er dieStrasse nach Moskau erst nach einem Umwege von zwei Tagen über Pru-dischtschj nach Pnew erreichen, und über Dorogobush und Wjasma weitermarschirend traf er am 17. August in Zarewa-Saimischtsche ein. Hierherbegab sich in sein Lager (am 20. August) Marina mit ihrem Vater undBruder. Sapieha nahm sie mit sich, machte am 25. August bei Mo-shaisk Halt, brachte aber Marina nebst den Ihrigen sieben Werst davonin dem Städtchen Borissow unter. Von da aus begannen ihre Unterhand-lungen mit dem Prätendenten, welche in der oben angegebenen Weiseendigten.
Vor Moskau hatte indessen im Lauf des Juli und August nicht dasgeringste Gefecht stattgefunden. Nur am 31. August kam es zu einem