Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. . 559
Nikititsch Seheremetjef, der dort commandirte, hatten sich diePskowschen Städte Sebesh, Opotschek, Krasny, Ostrow und Isborskoffen gegen Was silji und für den Prätendenten erhoben. Sehe re-metjef hatte seinen Sohn Boris mit einem kleinen Werbe-Heere gegensie geschickt, Boris aber nicht nur die Aufruhrer nicht zur Ruhe ge-bracht, sondern war mit Mühe unbeschädigt nach Pskow zurückgekom-men. Der Aufruhr wuchs, und bald stellte sich einer der Gefährten desPrätendenten, der Dworjan Fedor Pleschtschejew an seine Spitzeund fing an in Rshew-Pustaja die aufrührerischen Strelitzen und Bauernzu sammeln. Nachdem er deren eine grosse Anzahl beisammen hatte,zog Pleschtschejew nach Pskow, wohin zur selben Zeit sich auch dieaufständischen Bewohner von Isborsk wendeten. Letztere aber wurdenam Rigina-Berge von dem aus Pskow gegen sie entsendeten WojewodenBurzew geschlagen, verloren einige Geschütze und Gefangene und ent-gingen einer grossen Niederlage nur darum, weil ein aus Wybutj beiPskow von Pleschtschejew entsendeter Heerhaufe ihren Rückzugdeckte, Burzew ging nach Pskow zurück, Pleschtschej ew aber rücktemit seinem Haufen Gesindel, bei dem viel Menschen, aber wenig Ratnikiwaren, kühn auf letzteren Ort los. Scheremetjef hätte sich leicht mitihnen messen können, wenn nicht in Pskow die Kasaken, Strelitzen undder Pöbel sich offen auf die Seite der Rebellen geneigt, und er selbst durchseine Drohungen sie nicht noch mehr aufgebracht hätte, und endlichwenn nicht die Anhänger des Prätendenten dies benutzt und die Auf-rührer noch mehr gereizt hätten durch das Gerücht, die Deutschen wür-den Pskow besetzen. Es kam zum offenen Aufruhr, die Empöreröffnetendas nach der Welikaja gelegene Thor und Messen Pleschtschejewein. Dieser warf Sehe remetjef in den Kerker, — am folgenden Tagehuldigte Pskow dem Prätendenten.
Diese Nachricht brachte auch das Volk in Nowgorod in Aufruhr, so-dass Skopin aus Vorsicht heimlich die Stadt verliess, um sich mit einerkleinen Schaar in Iwangorod festzusetzen und von dort mit den Schwedenweiter zu unterhandeln. Als er aber hörte, dass die Einwohner von Now-gorod schon dem Usurpator geschworen hätten, wollte er in Orjäschekeine Zuflucht suchen. Doch der dort befehligende alte Verräther MichaelSaltykow wollte ihn nicht einlassen, und Skopin, der sich überallvon Verrath umgeben sah und es sehr gefährlich hielt in dem IsborskerLande zwischen lauter Rebellen zu verweilen, war schon entschlossen dieschwedische Grenze zu überschreiten und nach Wyborg in Finnland zugehen. Da änderte sich jedoch plötzlich die Situation zu seinen Gunsten.Die Handels-Interessen verbanden in Nowgorod die verschiedenen Ständeuntereinander, die Begüterten hatten daher noch einigen Einfluss auf denPöbel, und ihre Meinung im Verein mit den Ermahnungen des von Allen