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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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558 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

erst kamen sie in Sapieha's Lager (s. u.). und von da nach langenVerhandlungen und Besprechungen mit dem Usurpator in des LetzterenLager von Tuschino. Noch vor ihrem Eintreffen aber in Sapieha'sLager, am 5. September, wurde Marina schon durch ihren Beichtvater,einen Jesuiten, heimlich mit dem Usurpator vermählt, welcher vorherdem Mnischek ein schriftliches Versprechen gegeben hatte, dassgleich nach Besitz-Ergreifung von Moskau er diesem 300000 Rubel(1 Million Rubel nach heutigem Werthe) und das sjäversche Fürstenthummit 14 Städten als Zugabe ausliefern wolle.

Moskau's sich zu bemächtigen gelang dem Prätendenten nicht, aberinzwischen war der Herbst herangekommen und bald fiel sogar der ersteSchnee und es sollte nun im Tuschinoer Lager überwintert werden. Eswaren bei dem Usurpator jetzt etwa 18000 Mann Reiterei und 2000 Mannpolnisches Fussvolk, 13000 Saporoger und 15000 donsche Kasaken, imGanzen 48000 Mann, ausser den russischen Rebellen und eine Mengepolnischer Kaufleute. Entschlossen, den Winter im Tuschinoer Lagerzu verbringen, erbaute man in demselben Erdhütten für die Leute,Ställe für die Pferde, dann begann man Baracken zu errichten, und fin-den Prätendenten, Marina und Mnischek sogar geräumige grosseGebäude, das Lager verwandelte sich in eine Stadt, die Residenz desPrätendenten, 15 Werst von Moskau, der Residenz Wassilji's.

Der Letztere aber sah wohl ein, dass er Moskau über kurz oder langverlieren werde, wenn er nicht Hülfe von aussen erhalte, er richtete des-halb alle seine Gedanken darauf solche zu schaffen, indem er ein neuesHeer in Nowgorod bildete, was er dem Skopin-Schuiski auftrug, derzugleich den Befehl erhielt, mit dem König Karl IX. von Schweden, demFeinde Sigismund's und Polens, Verbindungen anzuknüpfen. Noch imvorhergegangenen Winter 16071608 hatte Karl IX. sieh erboten, 10000Mann schwedischer und deutscher Truppen Wassilji zu Hülfe nachNowgorod zu schicken, nur sollte Wassilji deren Unterhalt überneh-men. Damals hatte Wassilj i, durch die Einnahme von Tula ermuthigt,und mit der Würde des russischen Thrones es unvereinbar findend, dasser innere Unruhen mit fremder Hülfe dämpfe, diesen Vorschlag nichtangenommen. Im August 1608 aber hatten sich die Verhältnisse sehr,und nicht zu Wassilji's Gunsten, geändert, und Skopin erhielt nunden.Auftrag, von Karl IX. ein Hülfsheer zu erbitten.

Skopin wurde für seine Person in Nowgorod mit Auszeichnungund Freude aufgenommen, dem W a s s i 1 j i aber wollte man in Nowgorodund den nordwestlichen Provinzen gar nicht wohl, und die PskowschenStädtchen hatten sich sogar offen gegen ihn empört. Noch im Jahre 1607hatte Pskow eine der Regierung Wassilji's feindliche Stimmung ge-zeigt. In Folge der Unvorsichtigkeiten und des Unverstandes von Peter