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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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556 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Inzwischen hatte Lissowski, der sich, wie oben bemerkt, vomUsurpator vor Bolchow getrennt hatte, um auf Kolomna zu marschiren,doch nicht die Oka zu überschreiten gewagt, so lange Jener an der Ugra-Mündung stand, und sich dann in Saraisk festgesetzt. Die RjäsansehenWojewoden beschlossen ihn von dort zu vertreiben und dadurch ihreNiederlage vor Pronsk wieder gut zu machen. Leider war ProkopjiLjapunow noch nicht von seinen Wunden genesen, und so wurde derBefehl über die Rjäsansehen Ratniki seinem Bruder Zacharias über-tragen, der ebenso kühn, aber lange nicht so verständig und klar war.In trunkenem Zustande und ganz in Unordnung, ein wüster Haufen, sozog er mit seinen Ratniki nach Saraisk. Li sso wski, der dies sah,rückte ihnen entgegen, besiegte sie mühelos und machte Viele niederoder zu Gefangenen.

Demnächst ging Lissowski, erheblich verstärkt (fast 30000Mann)durch Gesindel verschiedenster Art, Landstreicher und zu Raub undPlünderung Geneigte, über die Oka, zog vor Kolomna, nahm es mitSturm, plünderte es gänzlich aus. sogar die Kirchen, und marschirtedann geradeswegs auf Moskau los, den in Kolomna gefangenen BischofJoseph und Wojewoden Fürsten Dolgorukow mit sich führend.

Wassilji Hess die Gelegenheit, welche dieser vom Prätendentengetrennte kühne Marsch Lissowski's auf Moskau darbot, nicht unge-nutzt vorübergehen und schickte am 17. Juni den Fürsten K u r a k i n miteinem 3 Regimenter starken Heere gegen ihn. beim Grossen Regimentals zweiter Wojewode Gregor Puschkin, beim Avantgarden-Regi-ment Fürst Boris Lykow und GregorWolkonski und beim Wacht-Regiment der Stolnik Wassilji Buturlin und Fürst Fedor Wol-hynski. Am Ufer der Moskwa bei der Medwsjäsher Furt stiessen sie aufLissowski und schlugen ihn nach heftigem den ganzen Tag währendenKampfe aufs Haupt, brachten ihm ungeheuere Verluste an Todten undGefangenen bei, nahmen ihm sämmtliches Geschütz und befreiten denFürsten Dolgorukow und den Bischof Joseph. Lissowski ent-kam in das Tuschinoer Lager mit nur wenigen seiner Leute, und dieWojewoden begaben sich nach Moskau. Wassilji aber befahl IwanButurlin und Simon Gljäbow Kolomna von Neuem mit einem star-ken Corps zu besetzen, die Stadt zu befestigen und darin grosse Vorrätheanzuhäufen.

Trotzdem durch Lissowski's Niederlage der Usurpator der Mög-lichkeit beraubt war, offen Moskau anzugreifen, so hatte doch auchWassilji nicht Kräfte genug, um das Tuschinoer Lager zu stürmen,und konnte sich nur auf die Behauptung von Moskau beschränken. Eshinderte also den Usurpator Nichts, im Tuschinoer Lager zu bleiben;sein langer Aufenthalt aber dort vor Moskau selbst war für Wassilji