554 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
offenen Sturm auf Moskau, sondern zog.zu dem Dorf Taininski, 17 Werstnordöstlich von der Stadt, an der Strasse nach Jaroslaw. Roszinskiwollte dadurch die Verbindung zwischen Moskau und dem Gebiete anund jenseits, der Wolga unterbrechen, von woher die meisten Verstär-kungen und Zufuhren zu erwarten standen. Dadurch aber brachte derFeind sich selbst in eine schwierige Lage, weil er seine eigenen Ver-bindungen und Zufuhren nach Südosten jenseits des Moskwa-Flussesden zarischen Truppen preisgab, welche frei_ aus Moskau vorbrechendseine Fahrzeuge wegnahmen, namentlich bei dem Uebergange über dieMoskwa. Mit einem Worte: Roszinski stand auf den Verbindungendes zarischen Heeres nach Nordosten von Moskau, das zarische Heeraber schnitt ihm seine Verbindungen nach Südwesten ab, folglich warendie Vortheile auf Seite des zarischen Heeres grösser. Roszinski sahdies ein und da er sich bei Taininski nicht länger halten konnte (aller-dings durch seine Schuld), so kehrte er am 9. Juni nachTuschino zurück.Um ihn nicht an die Moskwa gelangen zu lassen, schickte Wassiljiein Heer von drei Regimentern unterSkopin ab, der als Gehülfen bei sichhatte: beim Grossen Regiment I w a n N i k i t i t s c h R o m a n o w und denFürsten Litwin-Mossalski. Die Anführer der übrigen Regimenterwaren : beim Avantgarden-Regiment der Boj ar Fürst W o r o t i n s k i undder Okolnitsch Fürst Romodanowski, beim Wacht-Regiment derStolnik Fürst Tscherkasski und Okolnitsch Golowin.
Es gelang jedoch Skopin nicht, den Prätendenten von Tuschinoabzuschneiden, er stiess erst nahe dabei auf ihn, lieferte ihm ein heissesTreffen, konnte ihn aber nicht verhindern sich nach Tuschino durchzu-schlagen , und zog sich nun zum Flusse Chodynka zurück, nördlich vonMoskau. Am andern Tage lagerte Roszinski, nachdem er das Terrainrecognoscirt, sein Herr in einem stark befestigten Lager auf den Anhöhenhinter Tuschino zwischen Moskwa und Wschodna. Dies stark befestigteLager diente dem zweiten Prätendenten lange zu einem zuverlässigenZufluchtsorte und beständigen Aufenthalte, und die russischen Chronistennennen ihn deshalb auch den Tuschinoer Räuber.
Wassilji traf seinerseits eifrig Maassregeln zu nachdrücklichsterSicherung und Vertheidigung von Moskau. Skopin blieb mit seinemHeere (an 70000 Mann stark) an der Chodynka stehen, Wassilj i selbstnahm es auf sich, ihn zu unterstützen, rückte zu dem Ende am H.Junimit dem Hof und auserlesenen Regimentern aus Moskau aus und lagertezwei Werst vom Arbatschen Thore an der Prjäsna und Wagankowa. Beiihm befanden sich Fürst Mstislawski und die Wojewoden : vom Hofe— sein Bruder Fürst Iwan Schuiski und der Okolnitsch Fürst Me-sezki, — und vomTross — Roman Buturlin. Nachdem er solcher-gestalt die Hauptkräfte gegen den Prätendenten im Nordosten von