542 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
den folgenden Tag ergab, und am 30. Juni vor Tula ein und befahl dieBelagerung zu beginnen. Galitzyn stand mit dem Kaschiraer Regimentauf der Strasse nach Kaschira auf dem Tscherlen-Berge, den linkenFlügel an das Corps des Fürsten U r u s s o w anschliessend, das aus Tschu-waschen, Tscheremissen und Tataren aus Kasan, Romanow, Arsamassbestand und am Flüsschen Tulka lagerte; auf dem linken Ufer des Upa-Flusses befand sich das Lager des Hauptheeres, hinter welchem Was-silji seine Zelte hatte errichten lassen, 2 Werst von Tula entfernt. Dergrösste Theil der Belagerungs-Geschütze wurde hinter Schanzkörben aufdem Krapiwinsker Wege aufgestellt, einige aber auch nach der Seite derStrasse nach Kaschira nahe dem Upa-Flusse.
Die Erfolge der ersten Unternehmungen Wassilji's hatten Einflussauf einige umliegende Städte, welche sich ihm auch unterwarfen (Sa-poshok, Rjäshsk, Michailow und Brjansk). Da er für unmöglich hielt zugleicher Zeit Tula und Kaluga zu belagern , so wollte er wenigstens dieVerbindung zwischen Letzterer und dem aufrührerischen Gebiete ab-schneiden. Zu dem Zwecke schickte er auf das linke Oka-Ufer 2 Corpsunter Befehl der Fürsten Seitow und Wassilji Mossalski. DerErstere derselben säuberte Lichwin, Bjelew undBolchow von Aufständi-schen, der Letztere belagerte Koselsk.
Aber die Belagerung von Tula schritt nur langsam vor, obgleich derBelagerer ungefähr 100000 Mann und in Tula nur 20000Mann waren, denndiese Letzteren bestanden aus verzweifelten Verbrechern unter Anfüh-rung des falschenPeter, Schachowskoi's, Teljatewski's. einesgewissen Kochanowski, und des bedeutendsten — Bolotnikow's,der sich anschickte auch in Tula eine ebensolche verzweifelte Gegenwehrzu organisiren, wie vordem in Kaluga. Von ihm angefeuert, machtendie Aufrührer täglich 3 bis 4 Ausfälle, schlugen sich wie Rasende undwehrten stets die wiederholten Sturm-Angriffe der zarischen Truppen ab.Trotzdem aber sahen Schachowskoi und Bolotnikow voraus, dassüber kurz oder lang Wassilji Tula überwältigen müsse, wenn sie nichtHülfe von den Sjäverjanen erlangten, und deshalb trugen sie dem beiihnen befindlichen Saporoger Atuman Zaruzki auf, nach Polen zu reitenund zu erkunden, ob nicht in dem moskauischen Gebiet irgendwer unterdem Namen des Zarewitsch Demetrius auftrete. Zaruzki aber rittnicht weiter, als bis Starodub, und schrieb auch gar nicht nach Tula.Nun schickte Schachowskoi einen Kasaken nach Polen, welcher denFreunden von JurjiMnischek erklären musste, dass wenn sie nichtbaldigst irgendwelchen Demetrius sendeten, die Sache Mni-schek's und Marina's verloren sei, und Wassilji triumphiren werde.Nun machten sich Mnischek's Freunde ernstlich ans Werk, aber siesuchten lange vergebens nach einem Menschen, der hinlänglich gewandt