Druckschrift 
Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
Entstehung
Seite
541
Einzelbild herunterladen
 

Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 541

Astrachanzer Scheremetjef niclit in die Stadt, und musste dieser aufder Baltscbik-Insel in der Wolga verbleiben.

Der falsche Peter, Schackowskoi und Bolotnikow schick-ten, nach Concentrirung aller ihrer Kräfte in Tula, Teljatewski mit30000 Mann Putiwler, Jelezer und Ter-, Wolga-, Jaiz- und Don-Kasakennach Serpuchow, wahrscheinlich um einen Uebergang über die Oka zuverhindern. Telj atewski aber, welcher unterwegs von dem EintreffenWassilji's in Serpuchow erfuhr, wendete sich nach Kaschira. Was-silji sendete einige Ssotnien Kasaken an Galitzyn und Lykow zurVerstärkung, und befahl ihnen gegen Teljatewski zu rücken. Sietrafen ihn an den Ufern des Flüsschens Wosma, 17 Werst von Kaschira,und lieferten ihm am 5. Juni bei Tages-Anbruch eine heisse Schlacht,die 4 Stunden mit wechselndem Erfolge dauerte. Schon standen dieRebellen im Begriff zu siegen und die zarischen Truppen wollten zurück-weichen, Galitzyn aber und Lykow beschämten und feuerten sie an,indem sie sich an der Spitze in das dichteste Handgemenge stürzten, dieKatniki mit sich rissen und die Bebellen zur Flucht zwangen, welcheWaffen, Fahnen und Pferde im Stich lassend in wilder Eile nach Tulaentwichen, 40 Werst weit verfolgt wurden, ausser den Todten und Ver-sprengten an 5000 Gefangene einbüssten, sodass Teljatewski mit nursehr wenigen Ratniki nach Tula zurückkehrte. Etwa 1700 der kühnstenKasaken aus seinem Heere hatten zu Ende der Schlacht das FlüsschenWosma überschritten, hatten sich in Erdklüfte festgesetzt, mit Fahr-zeugen umgeben, wollten sich nicht ergeben und wehrten sich 2 ganzeTage mit verzweifelter Tapferkeit. Als endlich ihr Pulver ausgegangenwar, gelang es den zarischen Truppen in die Erdklüfte einzudringen,und alle Kasaken wurden niedergemacht, mit Ausnahme von 7, welchewährend der Räubereien mit dem Pseudo-Peteran der Wolga einigenGutsbesitzern das Leben gerettet hatten.

Wassilji, durch diesen wichtigen Sieg hocherfreut, eilte ihn aus-zunutzen und nachdrücklichst zu handeln. Er selbst blieb noch in Ser-puchow, schickte aber ein Heer von 3 Regimentern unter Skopin-Schuiski's Oberbefehl über die Oka. Letzterer setzte, nachdem ersich 40 Werst von Tula mit dem Regimente von Galitzyn und Lykowvereinigt hatte, seinen Marsch auf Tula fort. Die dort befindlichen Em-pörer, um ihre Einschliessung zu verhindern, stellten einen starken Heer-haufen ] / 2 Werst vorwärts an dem sumpfigen Flüsschen Woronjeja zwi-schen Sumpf und Wald auf. Aber dies hielt Skopin und sein Heernicht auf, am 12. Juni forcirte er den Fluss-Uebergang, warf die Rebel-len nach Tula hinein und stellte sich vor der Stadt auf, das EintreffenWassilji's erwartend. Letzterer verliess Serpuchow mit der Haupt-macht einige Tage später, traf am 28. Juni vor Alexina, welches sich