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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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540 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

kasski und viele Ratniki fielen, die übrigen flohen vor Kaluga und ver-breiteten Furcht und Schrecken im zarischen Heere. Am folgenden Tagemachte Tatj e w einen heftigen Ausfall, und das zarische Heer wen-dete sich zu schimpflicher Flucht nach Borowsk, Waffen, Munition undProviant von sich werfend, und Viele ergaben sich sogar an Bolot-nikow (nach einigen Angaben an 15000 Mann, worunter ungefähr 100Deutsche mit ihrem Anführer G-ansberg). Zum Glück blieben der stetsunerschrockene Skopin-Schuiski und Paschkow ihrer Pflicht undEhre treu, begeisterten durch ihren Muth einige Ratniki, hielten mitdiesen den Bolotnikow auf, um die Fliehenden zu retten, und zogen«ich dann selbst in guter Ordnung auf Serpuchow zurück, einige der ge-retteten Geschütze mit sich führend.

Vor Koselsk schlug Ismailow den Angriff Dolgorukow's mitErfolg zurück und hob erst dann die Belagerung von Koselsk auf, als erdie Flucht des Heeres vor Kaluga erfuhr. Er zog sich auf Meschtschowskzurück und führte das ganze Belagerungs-Material mit sich.

Während Mstislawski seine geflohenen Truppen in Borowsksammelte, verliess Bolotnikow Kaluga und vereinigte sich in Tula mitdem Pseudo-Peter, um nun mit vereinten Kräften zu operiren.

Moskau war in Furcht und Unruhe, aber Wassilji ermuthigte Alledurch seine Entschlossenheit, zu siegen oder zu sterben und sogar selbstgegen die Verderber des russischen Landes zu Felde zu ziehen. Aber erforderte auch von Allen treuliches Zusammenwirken mit ihm, sendeteBefehle aus, dass alle dienstpflichtigen und Datotschen Leute sich unterseinen Fahnen sammeln, und dass die Klöster sowohl Moskau wie das Heermit Lebensmitteln versorgen sollten. Der Patriarch und die höchste Geist-lichkeit willigten nicht allein in jegliches Opfer, sondern sprachen auch inallen Kirchen den Bannfluch über Bolotnikow, die Usurpatoren undalle Anhänger derselben aus. Die Begeisterung war plötzlich und allge-mein, und das Aufgebot bildete sich so schnell und erfolgreich, dassschon am 21. Mai Wassilji ins Feld rücken konnte. Moskau vertrauteer seinem Bruder Dimitrji und den Bojaren Fürsten Odojewski undTrubezkoi an, alle übrigen Bojaren und Wojewoden nahm er mit sich.Aus Moskau schickte er den Bojaren Fürst Andreas WassiljewitschGalitzyn mit einem Theil der Truppen nach Kaschira, um sich dort mitdem aus Rjäsan dahin marschirenden Bojaren Fürst Lykowzu vereini-gen, er selbst mit der Hauptmacht marschirte auf Serpuchow, wohin erauch Mstislawski aus Borowsk beorderte. Kaum hatte er Moskau ver-lassen, so wurde er schon durch die Nachricht erfreut, dass Chworo-stinin und die aufrührerischen Astrachanzen reumüthig sich am 19.Mai ihm unterworfen hatten, er beeilte sich durch diese gute KundeMoskau und das ganze Heer zu ermuthigen. Uebrigens Hessen die