Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 539
Heer stossend, erlitt er eine schwere Niederlage und btisste viele Gefan-gene und Todte ein, Mossalski und Storowski selbst geriethen inGefangenschaft. Dafür wurden aber einige Zeit danach Chilkow,Puschkin und Adadurow, als sie eine Expedition nach Djädilowoausführten , von den dort verschanzten Rebellen nicht nur besiegt, son-dern gänzlich auseinander gesprengt. Adadurow fiel, eine Mengezarische Ratniki ertrank im Flusse Schata, alle Uebrigen flohen nachKaschira.
Bo 1 otnikow hatte indessen seinen verzweifelten Widerstand in Ka-luga fortgesetzt, sah aber nicht ohne Besorgniss die Abnahme der Lebens-mittel, in Folge deren die Belagerten sich bereits von Pferdefleisch näh-ren mussten. Er flehte daher eindringlichst bei Schachowskoi umHülfe. Letzterer aber befand sich selbst in sehr schwieriger Lage, weilsogar die eifrigsten Sjäverschen Anhänger des Aufstandes, nachdem sienun schon so lange und vergeblich auf das Erscheinen des vermeintlichenDemetrius gewartet hatten, in ihrem Eifer für diesen zu erkalten be-gannen und von ihnen Nichts mehr zu erwarten stand, wenn nicht Jenerunter ihnen auftrat. Schachowskoi, welcher einsah, dass es durchauserforderlich sei ihnen so rasch als möglich den vorgeblichen Demetriuszu verschaffen und zu bringen, rief einen bei den Ter-Kasaken lebendenVagabunden Namens Ileiky zu sich , der schon unter den ersten Prä-tendenten sich für den Zarewitsch Peter, Sohn Feodor Johanno-witsch's, ausgegeben hatte. Dieser Pseudo-Peter machte sich zuAnfang des Frühjahrs mit den Ter-Kasaken zu Schiffe vom Don denDonez hinauf bis Boris-gorod auf, von wo er über Oskol mit 10000 Mannseines Woissko (Kasaken-Corps) in Putiwl eintraf, überall blutige Spu-ren seines Durchzuges hinterlassend, denn er war ein bestialisch blut-dürstiges und verworfenes Scheusal. Schachowskoi verstärkte dasHeer desselben durch eine neue Aushebung von Sjäverjanen und herbei-gerufenen Saporoger Schaaren, und brach mit dem falschen Peter nachTula auf, zwei Corps voraussendend. Das eine unter dem Fürsten Dol-gorukow hatte den Auftrag, Ismailow zur Aufhebung der Belagerung•von Koselsk zu zwingen, das andere, nach Tula zu eilen und Te 1 jä-te wski zu verstärken , welchem befohlen wurde, gleich nach dessenEintreffen auf Kaluga zu marschiren und Bolotnikow zu entsetzen.Teljatewski zog am 1. Mai dorthin, aber nicht auf dem geraden Wege,damit er nicht von der Sjäversker Provinz abgeschnitten werde, sondernzunächst auf Bjelew, um sich den Rückzug auf Putiwl offen zu halten.
Mstislawski schickte auf die Nachricht von ihrem Marsch nachKaluga ihnen die Fürsten Tatjew und Tscherkasski mit 17000Mann entgegen. An dem Flusse Ptschelna stiessen diese auf Telja-tewski und wurden im Kampfe von ihm besiegt: T a tj e w, T s c h e r-