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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 529

hing mehr von der Ergebenheit des vor Kromy gewesenen Heeres, alsvon der Zustimmung Moskau's ab. Den vornehmen Bojaren, welchediese Truppen befehligten, nicht trauend, beschloss die Zariza den Feo-dor Mstislawski und die beiden Schuiski nach Moskau zu berufen(unter dem Vorwande, dass der junge Zar sich mit weisen Rathgebernumgeben müsse), und dafür als ersten und Haupt-Wojewoden desGrossen Regiments den Bojaren-Fürst Katyrj ew-Bostowski, einenehrenwerthen Mann, aber ohne weiten Blick, und als zweiten Wojewodendes Grossen Regiments Bassmanow einzusetzen, der sich schon inseinem Verhalten treu und hervorragend bewährt hatte. In Folge dessenwurden auch die andern Wojewoden im Heere geändert: der zweiteWojewode des Grossen Regiments Fürst Teljatewski, zum Woje-woden des Wacht-Regiments, der Wojewode dieses LetzterenOkolnitsch Godunow, zum ersten Wojewoden des Avantgarden-Regi-ments, an Stelle des Fürsten Wassilji Galitzyn ernannt, welcherWojewode des Regiments der rechten Hand wurde. Besonders zu er-wähnen ist, dass bei Bassmanow's Abgang aus Moskau zum Heeredie Zariza und Feodor ihm sagten, dass sie alle ihre Hoffnung auf ihnsetzten, und ihn baten ihnen zu dienen wie er dem Zaren Boris gedienthabe, worauf Bassmanow das eidliche Versprechen gab, dass er keineMühe scheuen werde, um Alle auf den rechten Weg zu bringen, undauf seine Versicherungen hin beruhigten sich Feodor und dessenMutter. Zugleich mit Katyrjew und Bassmanow wurde auch derMetropolit von Nowgorod, Isidor, zum Heere geschickt, um demselbenden Eid abzunehmen. Nach ihrer Ankunft vor Kromy am 17. April er-fuhr das Heer von Boris' Tode und der Thronbesteigung Feodor's,und leistete Letzterem den Eid. die Einen in Wahrheit, aber nichtohne Besorgniss, die Andern in verbrecherischer Absicht. Die unzuver-lässige Stimmung der Geister blieb Bassmanow nicht verborgen, undvon unbegrenztem Ehrgeiz getrieben entschloss ersieh, Feodor zu ver-rathen, sich mit dem ganzen Heere dem Prätendenten zu übergeben, undindem er diesem den Thron auslieferte, selbst der Erste nach ihm zusein. Er trat in Unterhandlung mit Saltykow. von welchem früher dieRede war, den Fürsten Wassilji und Iwan Wassiljewitsch Ga-litzyn, den Bojaren-Kindern vonRjäsan, Tula, Kaschira und Alexin,und sogar mit dem Anführer der 4000 Mann starken Fremden-Schaar,dem Livländer von Rosen.

Inzwischen hatte der Prätendent zu Putiwl Boris' Tod am 27. Aprildurch einen vom zarischen Heere zu ihm übergelaufenen DworjanBach-m etj e w erfahren, und sogar auch das, dass überall das Volk und selbstViele im zarischen Heere von Feodor abfallen und sich mit Demetriusvereinigen wollten, den sie für den wahren Zarewitsch hielten. Um die