530 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
Krisis zu seinen Gunsten abzukürzen war es für ihn — das sali er ein —.erforderlich von Neuem ins Feld zu rücken, aber trotz neuer Zuzügeaus Polen hatte er doch nur 2000 Polen und 10000 Russen bei sich, —für Angriffs-Bewegungen lange nicht genug. Er beschloss daher nur 3polnische Chorugwj und 3000 russische Ratniki unter Befehl des PolenZaporski nach Kromy abrücken zu lassen.
Die Stadt Kromy und das Hauptlager des dieselbe belagerndenzarischen Heeres befanden sich auf dem linken Ufer des Flusses Kroma,auf dessen rechtem Ufer nur eine Abtheilung zur Beobachtung der Strassevon Putiwl stand. Als dieses Corps das Herannahen Zaporski's mel-dete, entstand Bestürzung im zarischen Lager. Bassmanow, davonNutzen ziehend, befahl Rosen am 7. Mai mit der Fremden-Druschineüber die Kroma zu gehen und sich in der weiten Ebene auf dem rechtenUfer aufzustellen. Hinter Rosen folgten die russischen Regimenter,welche durch ihre Vorgesetzten schon auf den Verrath vorbereitet waren.Als auch sie vollkommen über den Fluss waren, rief Bassmanow, aufder Brücke stehend, mit lauter Stimme Demetrius zum Zaren aus,und forderte die noch nicht aufgereizten Ratniki, welche dem Sohne desZaren Johann dienen wollten, auf sich mit den ihm treuen Truppen zuverbinden, welche bereits den Fluss überschritten hatten. Fast Allestürzten zur Brücke; mit den übrigen ihrer Pflicht treu gebliebenen zogenKatyrjew und Telj atewski auf der Strasse nach Moskau ab, unddie Einwohner von Kromy öffneten den auf des Prätendenten Seite Ueber-gegangenen ihre Thore.
Das entschied den Streit: Moskau folgte dem Beispiel des Zaren-Heeres, und dem Moskau's dann alle übrigen Städte, und der Usurpator,von Putiwl bis Moskau überall im Triumph als Sohn Johann's em-pfangen, zog am 10. Juni feierlich in Moskau ein, nachdem er vorhernoch durch scheussliche Ermordung sichFeodor's und dessen Mutterentledigt hatte.
Die weiteren Ereignisse gehören in das G-ebiet der politischen Ge-schichte. Der Usurpator hatte viel Verstand und Willenskraft, Muth undGeschicklichkeit gezeigt, um das Haus Godunow's zu verderben,durch Betrug den moskauischen Thron zu besteigen, sogar in Dingen derinneren und äusseren Politik sich bewährt, aber es nicht verstanden seineeigene Stellung zu befestigen, und bald verlor er die Liebe des Volkes,indem er alle Klassen durch seinen unglaublichen Leichtsinn verletzte.Eine allgemeine Ernüchterung griff um sich, der Unwille des Volkeszeigte sich besonders deutlich als am 2. Mai 1606 zu Moskau 2000 Polenmit Marina Mnischek, der Braut des Usurpators, erschienen. DasMaass der Geduld des Volkes hatte sich erschöpft, — und in einer furcht-baren Explosion des Volkszornes, geleitet vom Fürsten Wassilji