Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 525
Die Polen warfen sich so ungestüm vorwärts, dass die Fremden nachkurzer Gegenwehr geworfen wurden, und als sie dies sah ; wendete sichdie ganze Eeiterei des zarischen rechten Flügels zur Flucht. Dwor-shizki wendete sich nach rechts grade auf das vom Fussvolk besetzteDorf. Letzteres Hess ihn auf nahe Entfernung heran und gab dann eineSalve aus 10—12000 Gewehren. Das brachte die polnische Reiterei ingrosse Verwirrung, welche in volle Auflösung ausartete, als ein Pole mitder Nachricht heranjagte, dass die berittenen Saporoger. von Niemandemangegriffen, aber erschreckt durch den Donner und Rauch der Salve desFussvolkes, Hals über Kopf auf der Rylsker Strasse entflohen seien.Die hierdurch bestürzte polnische Reiterei kehrte gleichfalls den Rückenund jagte den Saporogern nach. Die von ihnen aufgeopferte SaporogerInfanterie war sofort umzingelt und wurde nach tapferster Gegenwehrnieder gemacht. Polen und Saporoger-Reiterei eilten bis Rylsk, 80 Werstvon dem Kampfplatze, verfolgt von den 6000 Mann zarischer Reiterei,jedoch nur bis auf 8 Werst. Der Sieg des zarischen Heeres war ein voll-ständiger und glänzender, und mit dem geringen Verluste von nur 500Verwundeten und 25 Fremden erkauft. Der Feind dagegen hatte 15Fahnen und Standarten, 13 Geschütze, an 6000 Todte und viele Gefan-gene eingebüsst. Der Prätendent selbst gerieth in die grösste Gefahr:sein Pferd wurde unter ihm am Fuss verwundet, und er verdankte seineRettung nur Tatjew, welcher ihn nach Rylsk geleitete. Dort suchtenauch die Saporoger Zuflucht, aber die Einwohner, welche ihnen Verrathund Feigheit vorwarfen, Hessen sie nicht in die Stadt, sondern schössenauf sie. Nicht besser wurden sie auch in Putiwl empfangen, sodass siesich entschlossen in die Saporoshje zurück zu kehren. Und so bliebdenn nach ihrem und dem schon vorher erfolgten Abzug der Polen beimUsurpator nur eine geringe Truppenzahl zurück, mit welcher er nichthoffen konnte den Krieg fortzusetzen.
Die zarischen Wojewoden schickten den Tschaschnik (Oberschenk)Schein mit der Meldung vom Siege zu Boris und dirigirten die gefan-genen Polen und Saporoger nach Moskau; die gefangenen russischenVerräther wurden Angesichts des Heeres aufgehängt.
Der Usurpator begab sich, nachdem er zwei Tage in Rylsk verweilt,nach Putiwl. Trotz alles seines leichtsinnigen Selbstvertrauens, erschienihm seine Lage doch verzweifelt. An Truppen waren, wie gesagt, nurwenige ihm geblieben; die Einwohner der sjäversker Provinz wärenwohl bereit gewesen ihm zu dienen, aber es fehlte ihm an Geld zur Be-waffnung der Ratniki. In dieser Noth war Demetrius schon gewilltheimlich nach Polen zu fliehen; aber seine russischen Anhänger er-klärten , dass sie ihn nicht aus Putiwl lassen würden, und dass sie, fürihn aufgestanden, auch mit ihm siegen oder untergehen würden. So ge-