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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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524 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjiihrigen Kriege etc.

Kasaken-Heerführerrj. Die Ersteren riethen vorläufig einem ungleichenKampfe auszuweichen (beim Usurpator befanden sich zur Zeit höchstens23000 Mann, bei Schuiski 70000 Mann) und die Aktionen möglich zuverzögern. Aber die Obersten und der Ataman der Saporoger riethen dasGegentheil, kühn auf das Zaren-Heer loszugehen, in der Hoffnung, gradedadurch es zu erschüttern. Und da die Saporoger den grössten Theilseines Heeres ausmachten, so folgte er ihrem Rathe und ging am 20. Januarvon Sjävsk am linken Ufer der Sjäva hinauf, bis er am Abend auf daszarische Heer stiess, das in und bei dem Dorfe Dobrun oder Dobrynitscheng zusammengedrängt stand. In der Absicht, durch einen unvermuthe-ten Angriff die Ungleichheit der Kräfte auszugleichen, befahl der Präten-dent den ihm ergebenen Einwohnern von Dobrynitsch dieses Dorf in derNacht anzuzünden, er selbst schickte sich zum Angriff auf die erschreck-ten und verwirrten zarischen Truppen an. Aber ihre Wojewoden warenvorsichtig, und sein Plan gelang nicht. Es blieb Nichts übrig, als eineSchlacht im offenen Felde, und mit Tagesanbruch des 21. Januar for-mirte sich die zarische Reiterei zu beiden Seiten des Dorfes, das vonFussvolk stark besetzt war. M s ti s 1 a w s k i, noch nicht ganz von seinenWunden hergestellt, stieg dennoch zu Pferde und ordnete das Heer, daer die Ehre des Sieges nicht dem Wassilji Schuiski allein überlassenwollte. Der Prätendent, welcher seinen Hauptstoss gegen den feindlichenrechten Flügel zu richten beabsichtigte, führte selbst die polnischen Ban-ner und seine russischen Druschinen gegen denselben, die berittenenSaporoger schickte er nach rechts, den feindlichen linken Flügel fest zuhalten, und die Fuss-Saporoger mit den schweren Geschützen Hess ersich etwas weiter zurück auf einer Anhöhe, in Form einer Reserve, auf-stellen, eine sehr bemerkenswerthe Disposition, da sie die Absichtausdrückt, im Fall des Gelingens das zarische Heer zur Sjäva zurückzu werfen.

Nach kleinem Scharmützel zwischen den Vortruppen wurde das Ge-schütz-Feuer eröffnet und danach befahl der Prätendent den Polen in dieSenkung hinabzusteigen, welche den zarischen rechten Flügel deckte,und diesen von dem Dorfe womöglich abzuschneiden. 7 polnische Cho-rugwj unter dem Befehl des Hetmans der polnischen Truppen (nachMnischek's Entfernung) des Obersten Dworshizki, zogen sich ineine Linie auseinander und warfen sich ungestüm vorwärts, unterstütztvon 8 dahinter befindlichen Bannern polnischer Husaren und der ganzenrussischen Reiterei, welche Befehl hatte über den Panzer weisse Hemdenzu ziehen, um sich von der zarischen Reiterei zu unterscheiden. Mstis-lawski wartete ihren Angriff nicht ab, sondern ging mit dem rechtenFlügel ihnen entgegen, an dessen Spitze sich 2 Druschinen Fremde be-fanden unter dem Livländer von Rosen und dem Franzosen Margeret.