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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 523

behrungen und besonders die Nichtbezahlung ihres Soldes, wozu derSchatz des Prätendenten nicht ausreichte. Dies zwang ihn, seinem Heerefür einige Zeit Ruhe in Winterquartieren zu geben. in den an Lebens-mitteln reichen Komaritzer Bezirke. Zu diesem Zwecke marschirte er am2. Januar 1605 von Nowgorod-Sjäverski über die Desna nach Sjävsk.Aber die Unzufriedenheit der Polen nahm zu, sodass schon am zweitenMarschtage alle polnischen Banner (Chorugwj) sich empörten, dem Usur-pator nicht hörten und ihn offen beschimpften. Der Aufruhr endete da-mit, dass der alte Mnischek zu dem Versprechen gezwungen wurde,er selbst werde die Polen nach Polen zurückführen. So verliess denn dergrösste Theil derselben am 4. Januar den Usurpator und schlug dieRichtung an Putiwl vorbei auf Pirjatin ein; bei Demetrius blieben nurungefähr 1500 Polen, und er zog nach Sjävsk, nachdem die übrigen Sa-poroger sich mit ihm vereinigt hatten.

Die Wojewoden Godunow's waren über die erlittenen Misserfolgeso niedergeschlagen, dass sie aus Schaam nicht wagten dem Boris davonMeldung zu machen; als der Usurpator die Belagerung der Citadelle vonNowgorod-Sjäverski aufhob, zogen sie sich auf Starodub zurück. Boris,welcher einen Theil des Vorgefallenen erfuhr, schickte den OberschenkWeljaminow-Zernow mit Vorwürfen für Schuiski und dessenGehülfen, um aber die Verzagtheit der Ratniki nicht noch zu vermehren,trug er ihm auf ihnen ein gnädiges Wort zu sagen und liess dem Mstis-la wski seine Dankbarkeit ausdrücken. Die tapfern Vertheidiger vonNowgorod-Sjäverski, Trübezkoi und besonders Bassmanow wurdennach Moskau berufen und von Boris mit Ehren überhäuft, Bassmanowerhielt aus seiner Hand eine goldene, 6 Pfund schwere, mit Dukaten ge-füllte Schüssel und ausserdem 2000 Rubel (6666 in heutigen Silberrubeln),und vieles Silber. Aber Boris' Hauptsorge war, sein Streitmittel insolche Verfassung zu bringen, dass der Erfolg unzweifelhaft werde. Des-wegen schickte er dem Haupt-Heere Verstärkungen zu, befahl F e o d o rIwanowitsch Scheremetje fein neues Reserve-Corps beiKromy zusammeln, und ernannte, damit bis zu Mstislawski's Wiederherstellungdas Haupt-Heer nicht dem Befehl des unfähigen Schuiski unterstehe,den ältesten Bruder desselben, Fürsten Wassilji Iwanowitsch, zumPribylny-Wojewoden beim Grossen-Reginient, was ihm denhöchsten Rang nächst Mstislawski im Heere verlieh. Dieses Heerwar inzwischen auf 70000 Mann angewachsen, hatte aber Nichts unter-nommen und sich sogar möglichst in den Waldungen bei Starodub ver-borgen. Wassilji Schuiski aber überbrachte, als er beim Heere ein-traf, den Befehl des Zaren, sofort gegen den Usurpator aufzubrechen, undführte es nach Sjävsk.

Als der Letztere dies hörte, berieth er sich mit den polnischen und