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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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522 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

folg entgegentreten konnten. Aber der Usurpator wusste, dassbei seinembedeutenden Unternehmen ein Erfolg nur von kühnem Wagen zu erwar-ten war, und so führte er am 20. Dezember sein Heer aus dem Lagerauf die weite Ebene, in welcher Mstislawski's Heer gelagert war. Dochverging dieser Tag in unbedeutenden Scharmützeln und nutzlosen Unter-handlungen, und nur Bassmanow beunruhigte durch häufige Ausfälleden Rücken des feindlichen Heeres, was den Usurpator veranlasste, einigeSsotnien-Kasaken gegen Bassmanow zu detachiren.

Endlich am 21. Dezember rückte Mstislawski gegen des De-metrius' Lager vor. Der Letztere zog ihm abermals kühn entgegen, undobgleich in dem russischen Heere keine Verrätherei ausbrach, wie De-in e t r i u s es gehofft hatte, so hatte sich doch in dessen Beihen eine solcheUnentschlossenheit, man könnte sagen Erstarrung verbreitet, dass dieSchlacht den ganzen Tag währte und nicht zu Gunsten Mstislawski'sendete. Seine Truppen hielten zwar dem ersten Angriff der polnischenBeiterei Stand, dann aber hielt der rechte Flügel einen erneuten Angrifffrischer polnischer Beiterei nicht aus, zog sich auf das Grosse Begimentzurück, welches auch schwankte trotz aller Anstrengungen Mstislawski's,der sich dabei zu sehr exponirt hatte, verwundet wurde, vom Pferde fiel,und kaum durch die Strelitzen vor der Gefangenschaft gerettet wurde.Zur selben Zeit drängte polnisches Fussvolk die andern Strelitzen auseiner von ihnen besetzten Senkung. Nach dem Zeugniss von Augen-zeugen schien es, als seien den Bussen die Hände zum Schla-genweggenommen, und wahrscheinlich hätte der Prätendent ei-nen vollständigen Sieg erfochten, wenn im entscheidenden Augenblickseine Beserve-Truppen angegriffen hätten. Aber in Folge seiner Uner-fahrenheit im Kriegeswesen geschah dies nicht, und so war den russi-schen "Wojewoden Zeit gegeben nach 2 oder 3stündigem Kampfe zurückzu gehen, wenn auch mit einem Verluste von fast 4000 Mann, aber dochwenigstens in leidlicher Ordnung. Der Prätendent verfolgte sie 9 Werstweit, sein Verlust im Kampfe belief sich etwa auf 120 Mann.

Das russische Heer ging 14 Werst zurück und machte in einemWalde Halt, durch Schanzen und Verhaue sich deckend. Wegen derNähe dieser Stellung wagte der Prätendent nicht die Belagerung derCitadelle von Nowgorod-Sjäverski fortzusetzen, selbst nicht trotz bereitseingetroffener und noch zu erwartender weiterer Verstärkungen. Eswaren nämlich 4000 Saporoger zu Fuss am Tage nach der Schlacht zuihm gestossen, und 18000 Berittene mit 14 Kanonen waren nicht mehrfern. Wenn aber auf diese Weise die numerische Stärke des Usurpatorswuchs, so verminderte sich doch andrerseits seine innere Kraft: die Polen,welche den besten und Haupttheil seiner Macht bildeten, weigerten sichferner dem Prätendenten zu dienen, murrten über die Anstrengungen, Ent-