Bemerkeaswertheste Kriege und Feldzüge. 521
schickte aber den Dworjanin Ogarew zu Sigismund mit einemBriefe, in welchem er über die Unterstützung des Usurpators durch diePolen, über die Aufreizung der Krym-Tataren und Don-Kasaken gegenMoskau Beschwerde führte und zum Schlüsse forderte, dass eine ent-scheidende Antwort gegeben werde, ob Sigismund Krieg oder Friedenwolle. Hierdurch geängstigt, gab Sigismund die heuchlerische Ant-wort, dass er den Waffenstillstand heilig halten wolle , und wenn einigePolen die ihnen durch das Gesetz gewährte Freiheit missbrauchend irgend-wie die Bedingungen des Waffenstillstandes verletzt hätten, so würdensie strenge bestraft werden.
Ausserdem schickten der Patriarch und die gesammte höchste Geist-lichkeit Kusslands Schreiben an die höchste Geistlichkeit Polens und anden Kiewschen Wojewoden Ostroshski mit einem feierlichen Beweisedes von dem Prätendenten verübten Betruges. Aber die Ereignissedrängten schnell vorwärts, und das Schicksal des moskauischen Staateshing schon ganz allein von dem Erfolge der Waffen ab.
Nachdem Mstislawski in der Eile einige Truppen bei Kalugaversammelt hatte, führte er sie nach Brjansk, wo nach ihrer Vereinigungmit Schuiski's Truppen ein Aufgebot von 4000 Mann beisammen war,getheilt in 5 Regimenter. Beim Grossen Regiment war der Ober-Woje-wode M s t i s 1 a w s k i, sein Geh Ulfe Fürst Teljatewski, in der rech-ten Hand DimitrjiSchuiski und Fürst Kaschin, in der linken derWojewode Morosow und Fürst Sektscher batof, bei der AvantgardeFürst Wassilji Wassiljewitsch Galitzyn und Michael Gljäbo-witsch Saltykow, und beim Wacht-Regiment Iwan IwanowitschGodunow und Fürst Turenin.
Mstislawski brach ungesäumt von Brjansk nach Nowgorod-Sjäverski auf, unterwegs sendete er aus Trubtschewsk ein Schreiben anJurjiMnischek, worin er auf Grund des Waffenstillstandes forderte,dass dieser den Prätendenten verlasse und mit den Polen sich aus denrussischen Grenzen entferne. Mnischek antwortete ihm aber gar nicht.Am 18. Dezember erreichte das Heer Mstislawski's den FlussUsrui, 8 Werst von Nowgorod-Sjäverski, und überschritt ihn trotz desWiderstandes, welchen die Vortruppen des Usurpators leisteten, welchegezwungen wurden zu ihrem Lager vor Nowgorod-Sjäverski zurück zugehen.
Obgleich der Prätendent durch diese Vortruppen, durch aus Polennachgekommene Schljachtitzen Compagnieen und durch viele in seinenDienst tretende sjäversker Einwohner verstärkt worden war, so konntendoch seine Kräfte, wie man annimmt, nicht über 15000 Mann betragen,von welchen die Hälfte Polen waren. und es scheint daher, dass sie dem40000 Mann starken Heere Mstislawski's nicht mit Hoffnung auf Er-