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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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516 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

vonSandomir, und endlich auch Sigismund selbst, und bestärktwurden sie ganz besonders in diesem Glauben durch die Jesuiten, alsderen Werk vorwiegend auch die Geschichte den Prätendenten aner-kennt. Mit ihnen und dem päpstlichen Nuntius in Polen zugleich unter-stützte den Usurpator ganz besonders auch der vornehme, reiche undehrliebende Mnischek, gelockt durch den Gedanken, ihm seine TochterMarina zu vermählen, nachdem er den moskauischen Thron bestiegenhätte. Zu diesem Zwecke begann er zur Hülfe desselben auf eigene Kostenum Sambor undLwow ein Schljachtitzen-Aufgebot zu sammeln. Ausser-dem begannen sich um den Prätendenten die russischen Auswandererund Flüchtlinge zu scbaaren, welche sich in Polen und in Lithauen be-fanden. Seine hauptsächlichste Hoffnung aber setzte der Prätendent indie donschen Kasaken, welche gegen Godunow äusserst erbittert wa-ren, und besonders auf die zahlreichen Anhänger und Helfer, welche ersicher im moskauischen Staate zu finden hoffte, sobald er sich nur dortzeigte. Sigismund aber, welcher nicht offen mit Godunow Krieg zufuhren wagte, brachte gegen diesen und für den Usurpator auch denKrym-Khan Kasy-Ghirei unter die Waffen.

Inzwischen hatte auch Godunow seinerseits Vorsichts-Maassregelngetroffen. Um die Verbindungen mit Lithauen zu erschweren, Hess erdie Schlagbäume, welche vordem gelegentlich einer Seuche in der Pro-vinz Smolensk errichtet worden waren, bis nach Brjansk vorschieben.Unter dem Vorgeben, er habe Nachrichten über die Absicht der Krym-Tataren erhalten, die russische Ukraine anzugreifen, befahl er den Okol-nitschen Peter Seheremetjef und Michael Saltykow ein Heerbei Livna zusammenzuziehen, von wo es ebenso leicht gegen die Krym-Tataren wie gegen Lithauen Verwendung finden konnte. Um aber denDon-Kasaken ihren Irrthum zu benehmen und sie auf seine Seite zubringen, schickte er den Dworjanin Chruschtschow zu ihnen. AberGodunow's Schritte konnten weder in Polen noch in Lithauen, nochbei den Don-Kasaken von Erfolg sein: seinen Feinden war es nicht umdie Wahrheit zu thun. sondern um ihr eigenstes Interesse an der Unter-stützung des Prätendenten.

Die Lage Godunow's war daher keine sehr gesicherte, aber an-fänglich war auch die des falschen Demetriusum Nichts besser. Un-bedeutend waren die zu seiner Unterstützung in Polen gesammeltenStreitkräfte, im Verhältniss zu seinem tollkühnen Wagniss. Aber seinerUeberzeugung nach sollten sie auch nur den Kern des Heeres abgeben,das sich immer zahlreicher anwachsend nach seinem Eintritt in die russi-schen Grenzen und nach dem Zustossen der Don-Kasaken bilden würde.

Das Zusammenziehen des Schljachtitzen-Aufgebotes zu seiner Hülfein der Umgegend von Sambor und Lwow ging sehr langsam vor sich, ob-