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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldziige. 513

Johann III. von Schweden, und S i gi sin u n d begah sich nach Stockholm,um als Nachfolger seines Vaters auf den schwedischen Thron zu steigen(1593). Aber als eifriger Katholik und glühender Widersacher des Pro-testantismus erweckte er in Schweden so viel Abneigung und Unwillen,dass er ohne gekrönt zu sein nach Polen zurückkehrte , die höchste Ge-walt seinem Onkel, Herzog Karl von Südermannland überlassend (1594).Der Letztere erwarb sich durch sein ganzes, Jenem vollkommen ent-gegengesetztes Verhalten die Liebe des Volkes in Schweden, und suchte,mit den inneren Angelegenheiten beschäftigt und zu einem Bruche mitSigismund sich anschickend, möglichst rasch mit Moskau Frieden zuschliessen. Dasselbe wünschte auch Sigismund, für das Interesse desihm feindlich gesinnten protestantischen Schwedens erkältet. Deshalbwurde noch im Januar 1593 ein Waffenstillstand auf zwei Jahre ge-schlossen , auf die Bestimmung hin, dass Jeder behalten solle, was erbei Abschluss dieses Waffenstillstandes besass. Vor Ablauf desselben,Ende 1594, traten die schwedischen Gesandten Banner, Hörn undBoie. und die russischen Fürsten Turenin und Puschkin in Tjawsinbei Iwangorod zusammen, und nach langen Debatten zwischen ihnenwurde endlich am 18. Mai 1595 zwischen Moskau und Schweden einewiger Friede auf die folgenden für Moskau günstigen Bedingungen ab-geschlossen: nur Wyborg und Reval sollten Handelshäfen für fremdeKaufleute sein; in Narwa zu erscheinen war nur schwedischen Unter-thanen erlaubt, und sollte der Handel auf der Seite von Narwa, nichtauf der von Iwangorod betrieben werden; zwischen schwedischen undrussischen Unterthanen sollte der Handel frei sein; durch schwe-dische Besitzungen solle der Weg frei sein für russischeund fremde Gesandte und Kaufleute aus Moskau nach West-Europa und aus diesem nach Moskau, und ebenso umge-kehrt für alle Aerzte und Soldaten und Handwerksmeister(eine besonders wichtige Bedingung); die Gefangenen wurden ohneLösegeld und Austausch frei gegeben; endlich durfte der schwedischeKönig Tribut nehmen von den Lappländern an der Ostseite (Osterbotten)nach Warangen, und der moskauische Zar ebenso von den Lappländernan der Seite der Dwina- und Korelien-Länder und zur Stadt Kola.

Der Regent von Schweden zur Zeit dieses Friedenschlusses, HerzogKarl von Südermannland, bestieg 5 Jahre später, nachdem Sigismundauf den schwedischen Thron verzichtet hatte (1600) denselben unter demNamen Karl IX., er war ein weiser Herrscher und der Vater desgrossen Gustav's IL Adolph.