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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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512 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

machen. Die Frieclseligkeiten begannen von Neuem, endeten aber mitder misslungenen Belagerung von Iwangorod durch die Schweden. Diemoskauische Regierung war nicht gewillt einen neuen Feldzug zu unter-nehmen, da sie aus der vergeblichen Belagerung von Narwa die Ueber-zeugung gewonnen hatte, dass die Belagerung grosser Festungen keinenrechten Erfolg verspreche; Godunow aber war, nach seinem Charakter,nicht geneigt sich durch Unternehmungen reizen zu lassen, welche kei-nen Erfolg in Aussicht hatten. Auf der andern Seite war, bei aller Ab-neigung Lithauens, die Partei von Schweden zu ergreifen, das denWaffenstillstand mit Moskau gebrochen hatte, doch unmöglich zu hoffen,dass Sigismund lange den Fortschritten Moskau's in dessen Kriegegegen Schweden und seinen (Sigismund's) Vater unthätig zuschauenwerde. Deshalb wurden Gesandte nach Lithauen geschickt, welche andie Vereinigung erinnern und die Lage und Stimmung Lithauens erkun-den sollten, aber das war erfolglos. Indessen hatte die moskauische Re-gierung viele Ursachen, über die Eigenmächtigkeiten der Dnjepr- undhauptsächlich der Saporoger-Kasaken zu klagen, welche ohne Theil-nahme und sogar ohne Vorwissen der polnisch-lithauischen Regierunghäufige Raubzüge an den südlichen russischen Grenzlanden ausführten.

Lange zogen sich die Friedens-Unterhandlungen hin, aber die pol-nischen und russischen Gesandten konnten über die Bedingungen einesewigen Friedens nicht einig werden, und so kam es im Januar 1591 nurzum Abschluss eines Waffenstillstandes auf 12 Jahre, mit der Bedinguug,dass F e o d o r 1 Jahr lang nicht Schweden bekriegen, und die ganzen12 Jahre hindurch diejenigen lithauischen Städte, mit Ausnahme vonNarwa, welche in dieser Zeit zu Schweden gehörten, das sie jedoch anPolen abgetreten hatte, nicht antasten solle.

Aber noch hatten die polnischen Gesandten die russischen Grenzennicht verlassen, als der schwedische König, im Vertrauen auf das Bünd-niss mit dem Krym-Khan, den Befehlshabern seiner Truppen den Befehlzur Erneuerung der Feindseligkeiten ertheilte. Ende des Winters 1591brannten schwedische Truppen die Dörfer in der Nähe von Jami undKoporje nieder, aber erst im Sommer wurde ein russisches Heer gegenjene gesandt, in dessen Avantgarden-Regiment der Wojewode FürstWladimir Timothejewitsch Dolgoruki, in dessen GrossemRegiment der Wojewode Peter Nikitisch Scheremetj ef sich be-fand. Das Avantgarden-Regiment wurde geschlagen, Dolgoruki selbstgerieth in Gefangenschaft. Auf der andern Seite griffen die Schwedendie Küsten des Weissen Meeres an, aber ohne jeden Erfolg. Von weiterenKriegsereignissen bis zum Winter 1592 ist Nichts bekannt, wo dann zurRache an den Schweden die russischen Truppen Finnland um Wyborgund Abo verwüsteten. Im November desselben Jahres starb König