Bemerkens-« ertheste Kriege und Felilzüge. 511
Feodor ein. Als es aber bekannt wurde, dass Feodor seinen Glaubennicht ändern und die griechische nicht mit der römischen Kirche ver-einigen werde, da wurden gleichzeitig, am 19. August 1587, 2 Königegewählt, Maximilian und Sigismund. Der Erstere zog, mit HülfederZborowskischen, schon nach Krakau, Z am oiski aber zwang ihnsich zurückzuziehen und gab dadurch Sigismund Zeit, in Polen zu er-scheinen und sich in Krakau (am 27. Dezember 1587) die Krone aufsHaupt zu setzen. Im Jahre 1588 wurde Maximilian durch Zamoiskivor Bytsckina besiegt und gefangen genommen, und erhielt nicht eherseine Freiheit wieder, bis er allen Ansprüchen auf den polnischen Thronentsagt hatte.
Die 45jährige Regierung Sigismund's III. Wasa (1587—1632),höchst verderblich für Polen, war es ebenso sehr auch für den moskaui-schen Staat, eine Quelle der für denselben so traurigen Ereignisse in derZeit der Unruhen, und der Kriege Moskau's mit Polen und Schweden.
Die Unterhandlungen über einen ewigen Frieden mit dem Einenund dem Andern wurden seit Abschluss des Waffenstillstandes nach derBelagerung von Pskow nicht abgebrochen, führten aber nur zu gegen-seitiger Erbitterung und endlich, im Januar 1590, zum Kriege zwischenFeodor und Johann III. Wasa, Könige von Schweden und VaterSigismund's von Polen.
Im Januar 1590 brach ein zahlreiches russisches Heer gegen dieschwedische an Nowgorod und Pskow stossende Grenze auf, um mit Waf-fengewalt die von den Schweden entrissenen Städte und Ländereien wiederzu erobern. Feodor selbst befand sich bei dem Heere, dessen Wojewodenwaren: beim Grossen Regiment Fürst Feodor IwanowitschMstis-lawski, welcher nach der Verbannung seines Vaters, Fürsten IwanFeodorowitsch, den ersten Rang unter den Bojaren einnahm; beimAvantgarden-Regiment Fürst Dimitrji Chworostinin, der für denbesten unter den Wojewoden (Heerführern) galt; bei Feodor im Rangeder Hof-oder nächsten (Haupt-)Wojewoden befanden sich Boris Godu-now und Feodor Nikitisch Romanow. Der erste Erfolg war dieWegnahme von Jami, — der zweite der Sieg Chworostinin's überein 20000 Mann starkes schwedisches Corps unter Gustav Banner,bei Narva. Obgleich demnächst der Sturm der russischen Truppen aufNarva mit grossem Verlust für sie abgeschlagen wurde, so erkannten dieSchweden doch die Unmöglichkeit einer erfolgreichen Fortsetzung desKrieges und schlössen am 25. Februar einen 1jährigen Waffenstillstand,indem sie Jami, Iwangorod, und Koporje abtraten und versprachen beider nächsten Zusammenkunft der Gesandten noch mehr abzutreten.
Aber diese Zusammenkunft führte zu Nichts: die Schweden tratenzwar Korelja ab, aber die Russen wollten nicht ohne Narva Frieden