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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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510 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

gelegenen russischen Städte: Iwangorod, Koporje und Keksholm, warenden Schweden durch Johann im letzten Kriege mit ihnen entrissen.

So standen die Dinge im Norden des moskauischen Reiches, alsplötzlich der unerwartete Tod von Stephan Bathori am 12. Dezember1586 zu Grodno für Polen und Lithauen Umstände nach sich zog, welcheim engen Zusammenhange mit den schwedischen Angelegenheiten auflange Zeit von der grössten Wichtigkeit für den moskauischen Staatwurden.

B a t h o r i, ebenso geschickter Politiker wie Feldherr, hatte eineninteressanten, bedeutenden Plan. Um nämlich das fernere unsichereSchicksal Polens fest zu stellen, beabsichtigte er die für Polen so ver-derbliche Form der Wahl-Regierung zu beseitigen und verfuhr um soentschlossener, als man schon zu seiner Zeit es für nöthig und ausführ-bar gefunden hatte, die Rjätsch Pospolitaja zutheilen,nachden Vorschlägen zu urtheilen, welche im Jahre 1548 zu Wien dem russi-schen GesandtenNowossilzow gemacht wurden. Zuerst wollte Bathoridieses wichtige Unternehmen mit Gewalt der Waffen vollbringen, rüstetedafür zum Kriege und hatte sogar von Papst Sixtus V. eine Geld-Bei-hülfe erhalten (1586). Dann aber, einer Drohung sich enthaltend, liesser durch seinen Gesandten Garaburdu dem Feodor den Vorschlagmachen, einen ewigen Frieden mit ihm abzuschliessen und zugleich eineFestsetzung dahin zu treffen, dass im Fall kinderlosen Ablebens desEinen von ihnen beide Reiche unter einem Scepter vereinigtwerden sollten. Feodor oder richtiger gesagt Godunow nahmdiesen Vorschlag mit Misstrauen auf und forderte" nur die Verlängerungder Frist für Ablauf des Waffenstillstandes. Als aber Bathori über-haupt von keinen Bedingungen hören wollte ohne vorhergehende Zu-stimmung zur Vereinigung, da waren die russischen Gesandten ge-zwungen zu Grodno am 6. Dezember 1586 einen Vertrag zu unterzeich-nen, dass im nächsten Jahre man zu einer Entscheidung über diesehochwichtige Frage zusammenkommen wolle. Zu diesem Zwecke wurdeauch der Reichstag in Warschau zusammenberufen, aber der Tod Ba-thori's zerstörte diese überaus wichtige politische Combination und gabden Dingen eine ganz andere unerwartete Wendung.

In Polen entstand in Folge der Feindschaft zwischen Zamoiskiund Zborowski ein ausserordentlich stürmisches Interregnum, einfurchtbarer Bürgerkrieg drohte loszubrechen, sowohl religiöser Naturwegen der Gewissens-Freiheit, als politischer wegen der Wahl des Königs.Die Zborowskischen mit dem päpstlichen Nuntius standen auf Seitedes österreichischen Erzherzogs Maximilian, Zamoiski mit demPrimas auf der des schwedischen Prinzen Sigismund Wasa, unddie Lithauer, den Einflüsterungen Leo Sapieha's folgend, traten für