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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 509

Mühe Alexander gegen den Tarker-Herrscher Schefkal, bedrängtendiesen heftig und entrissen ihm den Fluss Koissa. Die Türken fordertenvon Alexander Proviant und Durchlass ihrer Truppen nach Derbentund Baku, aber Alexander verweigerte es. Indessen rieth man ihmvon Moskau aus, vorläufig noch mit den Türken Frieden zu halten, undkühlte seinen Eifer dadurch etwas ab. Er bat, dass man wenigstens dasmoskauische grosse Heer gegen Schefkal sende, ihm Tarki wegnehmeund dafür Krym-Schefkal, einen Verwandten vom Alexanderdort einsetze. Das Heer wurde geschickt, unter dem Wojewoden Chwo-rostinin, aber man verlangte, dass auch Alexander sein Heer nebstseinem Sohne und Verwandten schicke. Chworostinin rückte in dieBesitzungen von Schefkal ein und nahm Tarki. aber das kachetinscheHeer erschien nicht, statt dessen hingegen Feinde, kaukasische Berg-stämme, und Chworostinin sah sich gezwungen, Tarki zu zerstörenund über den Terek zurückzugehen, wohin er nur mit wenigen seinerLeute gelangte, da ihm die Bergvölker 3000 Mann erschlagen hatten.Auf diese Weise konnte zu Ende des 16. Jahrhunderts der moskauischeStaat noch nicht energisch solche entfernte Besitzungen am Kaukasusbehaupten, obgleich Feodor schon in seinem Zaren-Titel die hoch-tönende Benennung »Herrscher des Iver sehen Landes, derGrusinschen Zaren und des Kabarda-Gebietes, derTscherkassischen und Gebirgs-Fürsten« aufgenommen hatte.Nichtsdestoweniger verdienen diese ersten Versuche der Befestigung-russischer Herrschaft in dem kaukasischen Lande Beachtung.

§. 197.Krieg mit den Schweden (159093).

Nachdem Boris Godunow alles Erforderliche und Mögliche zumSchutze des moskauischen Reiches nach Osten und Süden gegen dieTataren gethan hatte, richtete er hauptsächlich seine Aufmerksamkeitauf Schweden, Lithauen und Polen, welche dem nioskauischen Staateden von Godunow aufs Eifrigste gewünschten Zutritt zur Bildung undCivilisation, Handelund Gewerbe, zu den Wissenschaften und KünstenWest-Europa's versperrten. Die freundschaftlichen Beziehungen und so-gar Bündnisse des moskauischen Staates mit Dänemark, England undOesterreich wurden durch die oben angeführten Hindernisse sehr er-schwert , namentlich durch den Mangel an irgend welchem Seehafen imNorden (den von Archangelsk im fernsten Norden ausgenommen, zu wel-chem Fremde schwer und ungern zogen, um so mehr, als die Engländersie entschieden von dort verdrängten, indem sie sich das ausschliesslicheMonopol des Handels dort anmaassten); die einzigen der Ostsee näher