508 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
nach dem 10. Juli, die jungen Wojewoden Halt, die alten kehrten nachMoskau zurück und wurden von Feodor mit reichen Belohnungen be-schenkt, vor allen Boris Godunow. Zum Danke gegen Gott für dieErrettung Moskau's von den Tataren wurde das Donskoi-Kloster erbaut.
Für den Khan hatte dieser Einfall höchst kläglich geendet: vonseinen Truppen kehrte nur ein Drittel in die Krym zurück, und zwar zuFusse, Gefangene brachten sie sehr wenige mit, Beute gar nicht, — derKhan selbst eilte in der Teljäga*) am 2. August Nachts, an der linkenHand verwundet, nachBachtschiSarai, und knüpfte sofort durchBibikowFriedens-Unterhandlungen mit Moskau an. Dieselben wurden sehr langegeführt, sowohl mit dem Khan wie mit dem Sultan, es kam aber zu kei-nem Frieden, aber auch zu keinem Kriege: der Krieg des Sultans undmit diesem des Krym-Khans gegen Oesterreich lenkte sie vom moskaui-schen Staate ab, obgleich sie demselben keineswegs freundlich gesinntwaren. Da es ihm nicht gelungen war, mit der Türkei in ein engesBündniss zur Ueberwältigung der Krym zu treten, so suchte BorisGodunow die südlichen russischen Grenz-Gebiete gegen Einfälle undRaubzüge der Krymzer durch Errichtung von Festungen in denselben zuschützen (Liven, Kroni, Woronesh, Bjelgorod, Oskol, Walujek), erbauteund befestigte die seit dem 13. Jahrhundert verödeten Städte (Kursku. s. w.) und führte einen starken Verhau von Brjansk bis Murom aus.
Im Zusammenhang mit den militärischen Maassregeln und Hand-lungen der moskauischen Regierung im Osten und Süden gegen dieTataren, standen auch die sich auf die vorkaukasischen Regierungen undVölker beziehenden. Oben (§. 190) wurde bereits erwähnt, wie vor,während und nach der Unterwerfung von Astrachan durch Johann IV.die Beziehungen desselben zu diesen Herrschern und Stämmen sich an-geknüpft hatten, welche unter einander feindlich und gleichmässigNogaien, Krymzer und Türken fürchtend, den Schutz Johann's nach-suchten und ihm ihre Unterwerfung antrugen. Johann nahm dies sehrwohlwollend und zustimmend an, trat sogar zu den Tscherkessen-Fürstenin verwandtschaftliche Verbindung (indem er eine Tscherkessen-Fürstinheirathete), und erbaute eine Festung am Terek, welche er dann jedochauf Verlangen des Sultans verliess, um sich mit diesem nicht zu über-werfen. Unter Feodor aber, im Jahre 1586, bat der Zar der Kachetiner,Alexander, ihn mit seinem Volke unter seine Botmässigkeit zu neh-men , und Feodor that dies, schickte ausserdem aber nicht blos Geist-liche, Mönche, Heiligenbilder-Maler u. s. w., sondern auch Feuer-Gewehre nebst Munition und Strelitzen nach Kachetien, welche die aus-gebesserte Terek-Festung wieder besetzten. Sie schützten mit leichter
Dreispänniger Bauernwagen. Anm. d. Uebers.