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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 507

schritten, an der Lopasna die Nacht zugebracht habe, und direkt aufMoskau marschire. In Folge dessen wurde Fürst Bachtej arof-Ro-stowski mit 250 Bojaren-Kindern an den Pachra-Fluss geschickt, umdort stehen zu bleiben und »sich um die Krymschen Vortruppen zu küm-mern« (ob er sie aufhalten oder nur beobachten solle, war unbestimmt, in jedem Fall aber sehr unklug). Wie zu erwarten vertrieb dieKrymsche Avantgarde mit leichter Mühe die 250 Bojaren-Kinder vonder Pachra, machte viele nieder oder gefangen, und verwundete denWojewoden. Auf die Kunde hiervon wurde allen Wojewoden und Regi-mentern befohlen in der Wagenburg zu stehen. Es waren: bei dem Avant-garden-Regiment der Wojewode Fürst Timotheus RomanowitschTrubezkoi mit dem Gehülfen Iwan Wassilj ewitsch Godunow;beim grossen Regiment: Fürst Feodor Iwanowitsch Mstis-lawski mit dem Gehülfen Boris Godunow, der Oberschänk Roma-now, der Okolnitsch Kleschnin, Schatzmeister Tscheremissinow,Waffenmeister Bj e 1 ski, und der Raths-EdelmannP ino w; bei der rechtenHand Fürst Nikita Romanowitsch Trubezkoi nebst dem Ge-hülfen Stephan Wassiljewitsch Godunow, und bei der linkenHand Fürst Wassilji Tscherkasski.

Am 4. Juli, Sonntag, Morgens erschien der Khan vor Moskau undstellte sich selbst dem Dorfe Kolomenski gegenüber, gegen die russischeWagenburg und Heer sendete er den Zarewitsch. Die Wojewoden schick-ten Letzterem Häuptlinge (Golowy) aus allen Regimentern mit Ssotnien,Rottmeister mit lithauischen und deutschen Ratniks entgegen mit demBefehl, nach damaligem Ausdruck sich zu hetzen (handgemeinzu werden) mit den Krymzern. Dieses Hetz en dauerte den ganzen Tagbis zur Nacht, ohne irgend welchen entscheidenden Erfolg. Die Krymzerliebten aber solches Hetzen nicht, das keinen Nutzen (d. h. Raub undBeute) sondern nur Verluste für sie brachte. Noch weniger aber moch-ten sie zum Sturme gegen die Wagenburg schreiten, wo die russischenHauptkräfte mit Artillerie versammelt standen. Inzwischen hatten dierussischen Gefangenen den Tataren erzählt, dass noch Truppen ausNowgorod und anderen Provinzen nach Moskau kommen würden, unddass die Wojewoden in der nächsten Nacht mit allen Kräften die Krym-schen überfallen wollten. Da begab der Khan schon vor Tagesanbruchsich auf die Flucht, Hess seine Fahrzeuge stehen und entfloh so eilig undohne bei irgend welcher Stadt anzuhalten, dass die ihm von den Woje-woden am 5. Juli früh nachgeschickten schnellen (leichten) Regimen-ter ihn nicht einzuholen vermochten. Nur seine letzten Abtheilungenwurden noch vor Tula eingeholt und zersprengt, ihre Trümmer kamenin den Steppen um. Auch das russische Hauptheer kam aus der Wagen-burg hervor und rückte nach Serpuchow. Hier an der Oka machten,