506 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
sirte. Islam, welcher sie fürchtete, da sie in der Krym beliebt warenwährend man ihn hasste, suchte eine Stütze bei den Türken, was dieKrymzer noch mehr gegen ihn aufbrachte.
Indessen leisteten auch die Saporoger-Kasaken dem moskauischenStaate nicht geringe Dienste, indem sie sowohl die Krymzer wie die Tür-ken durch fortwährende Einfälle beunruhigten, sie gegen Lithauen auf-reizten und dadurch von Moskau abzogen. Nach I s I a m' s im Jahre 1588erfolgtem Tode knüpfte sein Nachfolger Kasy-Ghirei sogar mitFeodor freundschaftliche Beziehungen an. Der Letztere entgegnetedass er vordem gegen Islam, wegen dessen Ungehörigkeiten, ein gros-ses Heer zum Don und Wolga und Corps an den Dnjepr jenseits derWasserfälle gesendet habe, um überall mit den Tscherkassen (Dnjepr-Kasaken) gemeinschaftliche Sache zu machen, er habe jedoch auf dieNachricht von der Thronbesteigung Kasy-Ghirei's den Zug aufge-geben. Uebrigens fürchtete die moskauische Eegierung den Krym-Khannicht sehr und schickte ihm keine reichen Geschenke, den Saporogerndagegen wollte sie sehr wohl, und diese leisteten ihr wesentliche Dienste,indem sie die tatarischen und türkischen Niederlassungen, sowie dieStädte und Festungen an den Küsten des asowschen und schwarzenMeeres häufig angriffen.
Das Gleiche thaten auch die Don- und Ter-Kasaken, wenn auchnicht im selben Maasse wie die Saporoger, ihre Operationen gingenhauptsächlich auf der Don-Seite nach dem asowschen Meere und dennördlichen Vorbergen des Kaukasus.
Das Alles erzürnte den Krym-Khan und den türkischen Sultan undsie beschlossen gegen Moskau am Don, Wolga und Oka Krieg zu führen,wozu der Sultan den Khan besonders aufreizte. Endlich im Frühjahr1591 rüstete der Khan sich mit seiner ganzen Horde zum Feldzuge, underklärte dem bei ihm befindlichen russischen Gesandten, dass er gegenLithauen ziehe. Im Juni aber erfuhr man in Moskau, dass er gegen dierussische Ukraine ziehe, und am 26. Juni erging an alle Wojewoden undRegimenter, welche wie gewöhnlich an der Oka und in den Städten derUkraine standen, der Befehl, sich in Serpuchow unter dem Oberbefehldes Bojaren-Fürsten Feodor Iwano witsch Mstislawski zusammeln. Als die zuverlässige Nachricht einging, dass der Khan selbstmit einem grossen Heere direkt auf Moskau rücke, erhielten sänimtlicheWojewoden und Regimenter Befehl eilends nach Moskau zu gehen, umvor dem Khan dort einzutreffen. Am 1. Juli erreichten sie Moskau undstellten sich gegen das Dorf Kolomenski auf, am 2. Juli schickte man siezu der Wagenburg, d. h. dem von Wagen umgebenen Lager gegenüberdem Danilow-Kloster. Am 3. Juli kam die Meldung, dass der Khan un-terhalb Tjäschilow (zwischen Serpuchow und Kaschira) die Oka über-