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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 503

jener 14 Jahre stattfindenden Kriegs-Begebenheiten, im Norden gegendie Schweden, im Süden gegen die Krym-Tataren, im Osten gegen dieTscheremissen, und jenseits des Ural gegen die sibirischen Tataren, wel-chen die Nogaien Unterstützung gewährten, der Haupt-Antheil und dieLeitung ganz persönlich dem Godunow. Eine seiner ersten Kriegs-thaten war die Niederwerfung der aufrührerischen Tscheremissen, und dieVollendung der von Jermak begonnenen Unterwerfung von Sibirien.

Die Tscheremissen in dem ehemaligen kasanschen Reiche hattenfortgesetzt sich aufgelehnt und feindlich verhalten, wie unter JohannIV.,waren aber mit Erfolg gebändigt worden. Das Hauptmittel dazu bildetendie russischen Niederlassungen in ihrem Gebiete, und die Erbauung vonStädten mit russischer Bevölkerung und Garnison, wie z. B. Zywilsck,Urshum, Zarewa Gorod am Fluss Kokschaja (Zarewa-Kokschaiska),Santschursk u. s. w.

"Was Sibirien anbelangt, so wurde oben (§. 194) gesagt, dass dieletzte Verfügung Johann's IV., 2Monate vor seinem Tode, sein Schreibenan die Stroganof's vom 7. Januar 1584 gewesen war, wegen derEntsendung Wolchowski's nach Sibirien, nicht im Winter 1583 aufPferden, sondern im Frühjahr 1584 auf Schiffen, mit Truppen und Vor-räthen. Wahrscheinlich aber wegen der weiten Entfernung Perm's vonMoskau, und der Schwierigkeiten einer fortgesetzten Verbindung zwischenihnen, war am 7. Januar 1584 Johann noch nicht in Kenntniss davon,dass die Wojewoden Fürst Wolchowski und Gluchow mit Truppenund Vorräthen bereits im Herbst 1583 aus der Provinz Perm nach Sibirienvorgedrungen waren und sich mit dem Corps Jermak's vereinigt hatten,zu des Letzteren nicht geringer Freude, da die Zahl seiner Kasaken undandern Ratniki (Krieger) bei seinem Corps durch den Verlust in den Käm-pfen sich noch wesentlich verringert hatte. Die Kasaken nahmen dieangekommenen Wojewoden und Ratniki mit grossen Ehren auf undschenkten ihnen kostbare sibirische Pelze, kümmerten sich aber nicht umdas Einsammeln von Lebensmitteln für sie und für sich zum bevorstehen-den Winter. Dadurch entstand eine Hungersnoth, viele Kasaken undmoskauische Ratniki starben, darunter auch Fürst Wolchowski. ImFrühjahr 1584 hörte die Hungersnoth auf, dafür stellten sich andere Uebelein. Karatscha, welcher nach Marnetkul's GefangennehmungKutsch um verlassen und sich dann in seinem Uluss am Tara-Fluss auf-gehalten hatte, Hess Jermak um Hülfe bitten gegen die Nogaien. Jer-mak, auf dessen blosses Schreiben vertrauend, ohne zugleich sich Gei-seln stellen zu lassen, schickte ihm den Ataman Kolzo mit 40 Kasaken,welche von Karatscha verrätherischer Weise ermordet wurden. Einandrer Ataman M i c h ai 1 o w, der sich recognoscirend dem Uluss Kar at-scha's näherte, wurde gleichfalls umgebracht. Danach schloss Karat-

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