Fürifundzwanzigstes Kapitel.
Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge.
(Fortsetzung.)
IV. Russische Kriege unter Feodor und Boris Goclunoio (1584—1605).— §. 195. Unterwerfung von Sibirien. — §. 196. Einfall der Krym-Tataren(1591). — §. 197. Krieg mit den Schweden (1590—93). — V. RussischeKriege während der Zeit der Unruhen (1604—12). — §. 198. KriegBoris Godunow's mit dem ersten Prätendenten (1604—1606). — §. 199. Kriegeunter Wassilji Schuiski (1606—10). Krieg im Jahre 1606. —■ §. 200. Kriegim Jahre 1607.
§. 195.Unterwerfung von Sibirien.
Wegen der Kränklichkeit und Schwachsinnigkeit von Johann's IVSohn und Nachfolger Feodor (Theodor) war während dessen 1 jähri-ger Herrschaft sein Schwager Boris Feodorowitsch Godunow,Bruder seiner Gemahlin, der Zariza Irene Feodorowna, die Seeleder Regierung, einer von den 5 Mitgliedern des höchsten Eathes, welchenJohann IV. vor seinem Tode zur Unterstützung für Feodor eingesetzthatte (die andern 4 Mitglieder waren: Fürst Iwan FeodorowitschMstislawski, Nikita Romanowitsch Jurjew, der berühmteVertheidiger vonPskow Iwan Petrowits.ch Schuiski, und BogdanJakowlewitsch Bjelski). Godunow erlangte durch seinen Ver-stand, seine staatsmännischen Fähigkeiten, schlaue Politik und Regie-rungs-Kunst ein entschiedenes Uebergewicht über die andern Mitgliederdes höchsten Rathes, that Alles in Namen Feodor's, aber nach seinemeigenen Willen, besonders in den äusseren Angelegenheiten, — mit Polenund Lithauen, Schweden, mit den Tataren im Süden und Osten und dies-seits wie jenseits des Ural. Deshalb gebührte auch bei allen während