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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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504 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjiihrigen Kriege etc.

scha Mitte Juni dies kleine Häuflein von Kasaken in der Stadt Sibirjein, um sie auszuhungern. Aber der 3. Ataman Meschtscherjak bracheines Nachts mit den Kasaken aus der Stadt und überfiel vollkommenüberraschend das von Schlaf umfangene Lager Karatscha's. Letz-terer, welcher hierbei seine 2 Söhne verlor, entfloh, kehrte aber, als eshell geworden mit den von ihm gesammelten Tataren zurück und griffdie im Lager festgenisteten Kasaken an, die er durch Ueberzahl zu über-wältigen hoffte. M e s c h t s c h e r j a k aber behauptete sich glücklich biszum Mittag und veranlasste Karatscha abzuziehen, der min die Hoffnungaufgab, die Kasaken zu bezwingen, und sich hinter den Ischim-Fluss zu-rück zog. Aber auf diesen Erfolg der Kasaken auf der einen Seite folgteeine wichtige und traurige Niederlage auf der andern. Jermak, wel-chem von bucharischen Kauf leuten die Nachricht zugegangen war, dassKutsch um sie nicht in die Stadt Sibirj durchlassen wolle, machte sichmit nur im Ganzen 50 von seinen Leuten zu Schiffe den Irtysch hinaufihnen entgegen, fand sie aber nicht und legte in der Nacht vom 5. zum6. August am Ufer des Irtysch an, wo seine Kasaken, von der langenFahrt ermüdet, fest einschliefen. Am andern Ufer aber lag währenddessen Kutsch um auf der Lauer, in der Nacht und bei strömendem Re-gen ging er über den Fluss, überfiel die schlafenden Kasaken und machtesie alle nieder. Von Jermak geht die Sage, dass er schwimmend habeseine Barke erreichen wollen und dabei im Irtysch ertrunken sei, einklägliches Ende für diesen berühmten ersten Eroberer von Sibirien!

Nach diesen 3 Niederlagen und der Hungersnoth des Winters bliebenin der Stadt Sibirj nur noch so wenige Kasaken über, dass Mesch-tscherjak die Unmöglichkeit längeren Dortbleibens erkannte und dieStadt auf dem Wege nach der russischen Grenze verliess. Kutsch umnahm die Stadt von Neuem in Besitz, wurde indessen durch seinen Neben-buhler Seidjak (s. §. 194) bald wieder aus derselben vertrieben. Nichtlange jedoch konnten sie sich so gegenseitig verdrängen: die neue mos-kauische Regierung hatte schon einen Wojewoden nach dem andern mitTruppen nach Sibirien geschickt. Im Herbst 1585 erschien der WojewodeMan sur ow, welcher an der Einmündung des Irtysch in den Ob ein Forterbaute. Die Ostjaken belagerten ihn, im Vertrauen auf ihr berühmtesGötzenbild, welches sie mit sich führten, als aber eine aus der Stadt ge-sendete Kanonenkugel dieses zertrümmerte, entflohen sie und haben nichtwieder die Russen beunruhigt. Im Gegentheil erschien sogar der Ost-jaken-Fürst Lugui, welcher über 2 Städte und 4 Forts am Ob herrschte,in Moskau mit der Bitte, dass die russischen Kriegsleute in dem Fortan der Mündung des Irtysch nicht gegen seine, Lugui's Stämme, Kriegführen möchten, er wolle Tribut zahlen. Dafür, dass er dies zuerst ange-boten hatte, wurde er in Feodor's Namen ihm als Tribut auferlegt,