Druckschrift 
Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
Entstehung
Seite
500
Einzelbild herunterladen
 

500 HI- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

lassene Stadt Sibirj , wohin nach 4 Tagen ein Ostjaken-Fürst mit seinerDruschine, Geschenken und Lebensmitteln kam, und danach erschienendann auch die Tataren mit ihren Frauen und Kindern und begannen sichauf ihren alten Stellen wieder anzusiedeln. Die Kasaken herrschten inder Stadt Sibirj , aber Mani etkul war nicht fern, und eines Tages imDezember, als mehrere Kasaken zum Fischfang im Abalazker See auf-gebrochen waren, schlich er sich heimlich heran und brachte sie alle um.Jermak zog, als er dies erfuhr, aus, um Rache zu nehmen, fand dieTataren bei Abalak. und kämpfte bis zur Nacht mit ihnen, wo sie dannentkamen, während er nach Sibirj zurückging.

Im Frühjahr 1582, zur Zeit der Ueberschwemmung, hatte Jermakin Erfahrung gebracht, dass M am etkul am Fluss Wagaj stehe, undschickte eine Kasaken-Abtheilung gegen ihn. Nachts überfielen dieseunerwartet sein Lager, machten viele Tataren nieder, nahmen Marnet-k u 1 selbst gefangen und brachten ihn zu Jermak. Die Gefangennahmedieses tapferen Zarewitsch war ein harter Schlag für deu greisen Kut-sch um, welcher damals am Ischim stand. Zu diesem Unglück aber fürihn kam noch andres: der Fürst Seidjak, Sohn des vordem durch ihngetödteten Fürsten Bekbulat, zog gegen ihn, und dann verliess ihn einMursa-Karatscha (vornehmer Unterfürst) mit seiner Druschine, sodassKutsch um in Verzweiflung gerieth.

Im Sommer 1582 unterwarf Jermak die tatarischen Städtchen anden Flüssen Irtysch und Obj, nahm die Ostjaken-Stadt Nasym, dessen Fürstin Gefangenschaft gerieth, büsste aber bei diesem Feldzuge den AtamanNikitaPan und dessen Druschine ein. Nach Sibirj zurückgekehrt, mel-dete er den Stroganof's alle seine Erfolge, und diese beeilten sich.Johann davon in Kenntniss zu setzen. Der Letztere war darüber sehrerfreut und beschenkte zur Belohnung der Stroganof's den Simeonmit den Städten Solja Bolschaja an der Wolga, und Solja Malaja, demMaxim und Nikita verlieh er das Recht für sich und ihre Freundein ihren Städtchen und Verschanzungen von Abgaben freien Handel zutreiben. Auch die Kasaken schickten einige ihrer Towarischtscben*)(Gehulfen) 'direkt nach Moskau, um Johann die Meldung von derPaci-ficirung Sibiriens zu überbringen. Auch ihnen sprach Johann Lob,seine grosse Anerkennung, durch Gelder, Tuche, Damaste aus,die in Sibirien Verbleibenden versicherte er seiner vollsten Gnade, und zur

*) Karainsin, Ustrj älow u. A. behaupten, dass unter diesen Gehülfen sichauch der Ataman Iwan Kolzo befunden habe, welcher wegen vorher begangenerRäubereien in contumaciam zum Tode verurtheilt war, und den Johann nun aufdie Kunde von der Unterwerfung Sibiriens begnadigt habe. Solowjew in seinerGeschichte thut davon keine Erwähnung und redet überhaupt von dieser That derKasaken einfacher und gemässigter, als Jener.