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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 499

Inzwischen war Jermak zum Beginn des Feldzuges 4 Tagemärschean der Tschussowaja hinauf bis zur Einmündung der Serebrjana gegan-gen und 2 Tage auf der letzteren bis zur Sibirischen Strasse mit Schiffengefahren. Hier stieg er ans Land, erbaute ein Erd-Fort, das er Jerma-kow Kokui-Stadt nannte, zog auf Wagen weiter bis zum Fluss Sharowlaund auf diesem zu Schiffe in den Tura-Fluss, wo schon sibirisches Landwar. Dann die Tura hinabfahrend zerstörte und plünderte er viele tata-rische Flecken und Ansiedelungen, und machte an dem Fluss Tawdaeinige Tataren zu Gefangenen, von denen er den Einen, Tousaki, wel-cher Kutschum nahe stand, zu diesem sendete, um seine Kasaken zuschrecken, was Jener auch ausführte. Kutschum ward bekümmert undbedenklich, schickte Mam e tku 1 mit einem Corps den Kasaken entgegenund verschanzte sich selber nahe beim Irtysch-Fluss am Fusse des Tschu-waschja-Berges. Mametkul stiess am Ufer des Tobol auf Jermak,und wurde geschlagen. Demnächst zerstörten und plünderten die Kasakenunweit vom Irtysch den Uluss (Dorf) eines der Karatschen (Vornehmsten)Kutschum's, welcher ihn in Schutz nahm. Kutschum's Tatarenstiessen am Irtysch auf die Kasaken und wurden zersprengt, aber dieKasaken verloren einige Todte, und Alle hatten Wunden davon getragen,ein Beweis, dass der Kampf ein sehr heisser gewesen war. In der Nachtnahmen die Kasaken das Städtchen Atik-Mursy und setzten sich darinfest, für den folgenden Tag aber stand ihnen bevor, Kutschum ausseinen Verhauen oder Verschanzungen zu werfen. Sie versammelten denKreis und beriethen über die Frage: vorwärtsgehen oder umkehren? DieOberhand gewannen diejenigen, welche um jeden Preis vorwärts gehenwollten, sie führten aus, »dass die Zeit schon herbstlich werde, das Eisin den Flüssen sich bilde, nirgendshin sei ein Entkommen, es wäreschimpflich, das den Stroganof's gegebene Versprechen nicht zu halten,und Gott werde weiter helfen, ihnen aber, den Kasaken, ewiger Kuhmentstehen.« Dies charakterisirt am besten die ausserordentliche Kühnheitdieses Häufleins von Kasaken und der von ihnen ausgeführten Thaten.

Am Morgen des folgenden Tages, 23. Oktober, brachen die Kasakenaus dem Städtchen auf und begannen den Sturm-Angriff gegen Kut-schum's Verbacke. Die dahinter Befindlichen beschossen sie lebhaftmit Pfeilen, brachen dann selbst an 3 Stellen aus dem Verhack hervorund machten einen allgemeinen Ausfall. Nach hartnäckigem und furcht-barem Handgemenge hatten die Kasaken endlich den Feind überwältigt:Mametkul wurde verwundet, die Ostjaken-Fürsten verliessen, als sieden Übeln Ausgang merkten, Kutschum und flohen nach Hause. undnun floh auch Kutschum selbst in seine Stadt Sibirj, raffte dort vonseinem Besitze soviel er vermochte zusammen, und setzte dann seineFlucht weiter fort. Am 26. Oktober drangen die Kasaken in die ver-