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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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498 HI- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

und Tapferkeit einer ihrer Atamans aus, Jermuk Timothej ew, wel-chen Johann seiner Käubereien wegen mit Acht belegt hatte. Undgrade diesen beriefen nun die Stroganof's von seinem Räuberleben zunützlichen, ehren- und ruhmvollen Thaten nach Sibirien, in das EeichKutschum's. Er traf Ende Juni 1579 mit vier andern Atamans:iwanKolzo (durch zarisches Schreiben an die Nogaien zur Todesstrafeverurtheilt), Jakob Michaelow, Nikita Pan und Matthäus Mesch-tscherjak, und mit einer kleinen Druschine, nicht über 540 freiwilligeKasaken, aber alle verwegene Parteigänger. bei ihnen ein, und bis zum1. September 1581 leistete er den Stroganof's Beistand in der Beschütz-ung ihrer Städtchen gegen die Angriffe der Wogulitschen, Wotjaken undPelymzer, und er-trug sogar den Krieg in deren eigene Lande. Als danndie Stroganof's den Entschluss gefasst hatten, Jermak mit seinenGehülfen und Kasaken über den Ural in das Gebiet Kutschum's zuschicken, theilten sie ihm noch 300 von ihren Ratnik's, aus Russen, Ta-taren, Lithauern, und gefangenen Deutschen gemischt, zu, bestimmtenfür dieses ganze 840 Mann starke Detachement Sold, versorgten es mitLebensmitteln, Kleidung, Waffen, kleinen Kanonen, sowie mit Führernund Dolmetschern, welche Wege und Sprache Sibiriens kannten. Jer-mak gab seinerseits diesem Heerhaufen die nöthige Organisation, er-nannte Atamans, Jessaul's und die übrigen Offiziere, und brach dannam 1. September 1581 mit demselben zum Feldzug jenseits des Ural-Ge-birges auf.

An demselben Tage aber fiel der Pelymsche Fürst mit zusammen-gerafften Haufen von Pelymzern, Wogulitschen, Wotjaken und andernWilden in das Permsche ein, auf Tscherdyn und die StroganofsehenBesitzungen, verbrannte die Ansiedelungen, Siedereien, Mühlen, Getreide,Heu, und führte eine Menge Bauern nebst Weibern und Kindern gefan-gen fort. Die Stroganof's baten Johann, ihnen Ratniki zu Hülfe zuschicken, und Johann ertheilte dem Statthalter von Perm Befehl, einkleines Permsches und Ussolsches Aufgebot (Opoltschenie) zu sammelnund ihnen zu Hülfe zu senden. Im folgenden Jahre 1582 aber, als er er-fuhr, dass die Stroganof, anstatt das Permsche Land zu schützen, überden Ural gegen Kutsch um den von ihnen herbeigerufenen Jermakmit Donschen Kasaken geschickt hätten, drückte er ihnen in einemSchreiben seine Unzufriedenheit mit Beidem, wie auch darüber aus, dasssie ohne seinen Befehl die Kasaken gerufen haben, befahl sie zurück zusenden und zum Schutze des Permer Landes zu verwenden, und bedrohtedie Stro ganof's und die Kasaken mit seinem Zorn und der Verbannung,wenn sie deren Privat-Interesse und Dienst dem des Zaren vorzögen.Über die Herbeirufung selbst vom Jermak mit seinen Kasaken sprachJohann jedoch kein grosses Missfallen aus.