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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheate Kriege und Feldziige. 497

(Vagabonden), Heimathslosen ü. s. w., bewaffneten es mit Feuergewehren,fülirten Geschütze mit sich, und begannen seit 1572 einen erbittertenKrieg mit Kutschum, schlugen dessen Streifzüge alle zurück, machtenseine Anstrengungen zur Aufwiegelung der Tscheremissen zu nichte,hielten durch Waffengewalt die Ostjaken und Baschkiren im Zaum undwurden die Wächter und Hüter Nord-Ost-Russlands nach der Seite gegenAsien. Nachdem sie ihre Städtchen an der Kama und Tsehussowaja,welche Kutschum durch seinen Neffen Mametkul im Jahre 1573 hattezerstören lassen wollen, geschützt und sich solchergestalt dauernd dies-seits des Ural befestigt hatten, richteten sie ihre Augen auch auf dietransuranischen Länder, die ihnen noch mehr Vortheile versprachen. Ausder Defensive planten sie bereits zum Angriff auf Kutschum in desseneigenen Besitzungen über zu gehen, sie erbaten und erhielten von Jo-hann die Erlaubniss, Städtchen jenseits des Ural, am Tobol und seinenNebenflüssen bis zu deren Quellen hinauf zu erbauen, in denselben aufihre Kosten Militär-Statthalter mit Feuerwaffen und Geschützen zu unter-halten, das Land zu besitzen, den Acker zu bauen, Eisen, Kupfer, Zinn,Blei, Schwefel zu gewinnen und zu bearbeiten u. s. w., und für dasAlles erhielten sie vom Zaren Belobungs-Urkunden (1574). Auf dieseWeise erlangten sie das Becht, auch jenseits des Ural Gewerbe zu treibenund nicht nur sich mit Gewalt der Waffen dort zu behaupten, sondernauch einen Angriffs-Krieg zu führen, um Kutschum Land zu entreissenfür neue Colonien.

Aber Jakob und Gregor Stroganof starben ohne den Feldzugjenseits des Ural ausgeführt zu haben und überliessen dieses wichtigeUnternehmen ihrem jüngsten Bruder Simeon und ihren Söhnen Maxim(von Jakob) und Nikita (von Gregor). Diese 3, mit dem Verstände'und der Thatkraft ihrer Vorgänger begabt, waren entschlossen das Ver-mächtniss Jener zu erfüllen, da sie aber sich nicht auf die Freischaarender eingeborenen fremden Stämme, Ostjaken, Wogulitschen, Jugrer,Samojeden u. s. w. verlassen konnten, so beschlossen sie dazu die Hülfeder Don-Kasaken zu gewinnen, obgleich darin für sie die Gefahr lag, einOpfer derselben zu werden, oder auch den Zorn Johann's zu erregen.Die Don-Kasaken, welche bis zur Entfernung Adas che w's dem Johannmit Eifer gedient hatten, wurden von da ab feindlich, plünderten die vomKaspischen-Meere nach Moskau ziehenden Handels-Karawanen und dieStaats-Kassen, und nöthigten Job ann mehrmals Truppen gegen sie aus-zusenden. Dessen ungeachtet fuhren sie mit ungewöhnlicher Kühnheitund Vewegenheit fort in die russischen Grenzen einzufallen und Raub-züge nicht nur an die Wolga, sondern bis zum Ural auszuführen, wo siedie Hauptstadt der Nogaien, Saraitschik, zerstörten. Bei diesen toll-kühnen räuberischen Streifzügen zeichnete sich durch Schnelligkeit, Muth