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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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494 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjiihrigen Kriege etc.

ohne Ausnahme und Gelder für die Verluste durch den Krieg, wolltenauch den König von Schweden in den Vertrag einschliessen, Possewinaber zeigte den russischen Gesandten in keiner Weise seine Mitwirkungbeim Versöhnungs-Werke. Desto besser thaten dies die PskowschenWojewoden: am 4. Januar 1582 machten sie einen besonders heftigenAusfall (der 46. und letzte) mit Fussvolk und Keiterei, thaten dem Feindegrossen Abbruch an Todten und Gefangenen und kehrten als Sieger mitTrophäen in die Stadt zurück. In Folge davon Hess Zamoiski die pol-nischen Bevollmächtigten wissen, dass die Geduld des Heeres gänzlichzu Ende sei, und dass sie entweder ungesäumt den Vertrag unterzeichnenmüssen, oder das Heer von Pskow abrücken werde. Nun erklärte Zba-rashski, dass Bathori befohlen habe, die Verhandlungen abzubrechen,

und die russischen Gesandten, die äusserste Noth als gekommenerachtend, und aus Furcht ungehorsam gegen Johann ohne Friedennach Moskau zu gehen, waren gezwungen, auf schwere und schimpflicheBedingungen einzugehen, auf Livland, Polozk und Welish zu verzichten,

wogegen Bathori's Gesandte einwilligten, kein Geld für die Kriegs-kosten zu verlangen, den König von Schweden nicht in den Vertrag ein-zuschliessen , ebensowenig die esthländischen Städte Reval und Narwa,und die von Bathori's Truppen occupirten Städte: Welikie Luki, Zawo-lotschje, Nevelj, Cholm, Sebesh, Ostrow, Krassny, Isborshsk, Gdow undalle pskowschen Vorstädte zurückzugeben. Auf dieser Grundlage be-schloss man einen Waffenstillstand vom 6. Januar 15S2 ab auf 10 Jahreabzuschliessen; einige Tage stritt man sich noch über Titel und Worte,endlich am 17. Januar wurde der Vertrag unterzeichnet und da-von sowohl Zamoiski wie Schuiski Kenntniss gegeben. Dies riefallgemeine Freude sowohl im Lager wie in Pskow hervor, welches einegrosse That zu seinem eignen wie zu ganz Kusslands Ruhm und Ehrevollbracht hatte. Zamoiski lud die Wojewoden aus der Stadt zu sichzum Gastmahl, aber der Held der Vertheidigung, Schuiski, erschiennicht dazu, sondern schickte nur seine Gehülfen.

So endete zu gleicher Zeit die denkwürdige, für Russlands Waffenund Namen so ruhmreiche Vertheidigung von Pskow und der 3jährigeKrieg zwischen Johann und Bathori, der nicht sowohl blutig als un-glücklich für Russland, und weniger rühmlich für Bathori, als schmach-voll für Johann war, dessen durch Leidenschaften verdunkelter schwa-cher Geist sich dabei' so recht zeigte. 24 Jahre hatte er unaufhörlichKrieg geführt, um Livland zu erobern und die Küsten und Häfen desMeeres in seinen Besitz zu bringen, fast überall, unter grossen Opfern,seine Ziele erreicht, und nun plötzlich, obgleich mit einem starken Heereausgerüstet, opfert er alles von ihm Erreichte dem Bathori auf, wel-cher weit schwächere, ermattete und desorganisirte Streitkräfte besass.