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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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490 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Steine auf sie hinab, steckten die Holzschilde in Brand, schössen mitBüchsen und Armbrüsten, stachen mit Piken durch die Scharten u. s.w.,sodass viele von den Haiduken sich zur Flucht wandten. Die nächsten5 Tage hörte das Feuer nicht auf. sowohl auf dem rechten, wie auf demlinken Welikaja-Ufer, wo auch eine Breschbatterie erbaut und eine neueBresche in die Mauer an der Welikaja gelegt worden war, und am 2.November beschloss Bathori noch einmal das Glück mit einem Sturmzu versuchen (im Ganzen wurde 31 Mal gestürmt). Anfangs rückten dieBelagerer in dichten geschlossenen Reihen kühn und ruhig auf dem Eisedes Flusses vor, aber mit Geschossen und Kugeln von Mauern und Thtir-men überschüttet, geriethen sie in Verwirrung und machten Halt. Ver-gebens beredeten und zwangen die Wojewoden sie zu weiterem Vor-dringen, eine neue Salve von der Stadt zwang die Soldaten und Wojewodenselbst zur Umkehr, vor den Augen Bathori's. Zu noch grösseremAerger des Letzteren gelang es dem Strelitzen-Häuptling Massojädowmit einer frischen ziemlich zahlreichen Schaar sich durch die Kette derfeindlichen Truppen durch zu schlagen und wohlbehalten nach Pskowhinein zu gelangen, zur grossen Freude der Vertheidiger, welche durchdie erlittenen Verluste geschwächt waren. Das ist befremdlich, da es be-weist, wie ungenügend die EinSchliessung durch Bathori war, überwelche ausserdem auch keine ausführlicheren Angaben vorliegen.

Endlich befahl Bathori die Trancheen zu räumen, die Geschützezurückzuziehen, und die Belagerung in eine Blokade zu verwandeln(welche aber nicht dicht war), um durch Hunger die Uebergabe derStadt zu erzwingen. Um aber sein ermattetes und missvergnügtes Heereinigermaassen zu ermuthigen und zu trösten und seine beutegierigenMiethstruppen zu befriedigen, beschloss er sich in Besitz des altenPskowopetschersker Klosters zu setzen, welches gegen Norden nahe derlivländischen Grenze 56 Werst von Pskow entfernt lag, 1519 neu auf-gebaut, verschönert und mit reichen Schenkungen und Schätzen bedachtworden war. Ausser den Klosterbrüdern befanden sich darin nur 2300 Ratniki unter dem Befehl des Feldherrn Netschajef, um diesteinernen Klostermauern und Thürme zu schützen, welche 1565 durchden Igumenen Cornelius aufgeführt worden waren. Mit dieser Haud-voll Leute hatte Netschajef unablässig die polnischen Zufuhren ausLithauen überfallen. Der Befehlshaber der deutschen Söldner Bathori'sFahrensbach, und dessen Wojewode Bornemiss rückten mit derungarischen Druschine vor das Kloster und forderten es zur sofortigenUebergabe auf. Sie erhielten von den Klosterleuten die Antwort, dass»es nicht rühmlich den Truppen sei, mit den Mönchen zu kämpfen,wenn sie Schlachten und Ruhm ersehnten, möchten sie vor Pskow zu-rückgehen, wo sie würdige Gegner fänden; sie, die Mönche, würden