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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 487

dass er zu wenig Infanterie und Pulvervorräthe habe, um es belagern undnehmen zu können, und dass er das Dreifache von Beidem gebrauche.Doch wollte er nicht gern von seiner Absicht der Belagerung von Pskowabgehen, um dem Heere keine Schwäche und Besorgniss zu zeigen, undso rückte er am 26. August näher an die Stadt, erhielt aber von derSüdmauer und den ThUrmen der Stadt lebhaftes Feuer, das seinem Heerevielen Schaden zufügte; er verlegte jedoch seine eigenen Zelte, die nahean dem Nikolajewski Ljubjati-Kloster am Ufer der Pskowa standen, wei-ter zurück hinter eine Anhöhe am Ufer der Tscherecha. Die 5 nächsten Tagevergingen ruhig: der Feind befestigte sein Lager am Ufer der Welikajaund beobachtete die Stadt. Am 1. September begann man die Tran-cheen auszuheben: 5 grosse Zickzacks längs der Welikaja, in derBichtung auf das Pokrowskaja-Thor und-Thurm, und 7 Halbparallelen;die Arbeit ging Tag und Nacht, Schanzkörbe wurden vorgebracht, mitErde gefüllt und mit grossen Geschützen besetzt. Die Pskower Woje-woden. dies bemerkend, erbauten an der bedrohten Stelle neue innereBefestigungen, eine Holzmauer mit Böschung, und bestimmten zuderen Vertheidigung die besten Bojaren-Kinder und Strelitzen, unterBefehl des Fürsten Chworostinin. Dort hielten sich auch beständigdie Fürsten Schuiski mit den kaiserlichen Djaken auf, welche ihnenals Berather beigegeben waren.

Die Polen, welche Bresche-Batterien gegen den SwinusckerThurm und Thor und gegen die Pokrowsker Thürme zu beiden Seitender Welikaja erbaut hatten , um diese unter Kreuzfeuer zu nehmen, er-öffneten am 7. September das Feuer aus 20 Belagerungs-Geschützen.Nachdem es den ganzen Tag gewirkt, fanden beim Frühlicht des 8.September sich die Mauern an verschiedenen Stellen zerstört, und Polen,Ungarn und Deutsche gingen mit entfalteten Fahnen beim Schall derTrompeten und Trommeln unter grossem Geschrei zum Sturm gegen dieMauer-Bresche vor. Die Belagerten empfingen sie auf der Bresche undder noch nicht ganz fertig gewordenen Holzmauer dahinter. Trotz ihresheftigen Feuers von den Südmauern und Thürmen drang der Feind indie Bresche ein, nahm den Pokrowsker und Swinusker Thurm im Sturm,und pflanzte die königliche Fahne darin auf, zur grossen GenugthuungBathori's, welcher von dem Kirchthurm des heiligen Nikita auf demrechten Welikaja-Ufer, eine halbe Werst von Pskow den Erfolg beobach-tete. Nach heftigen Kämpfen in den Thürmen und Breschen wollten diedurch schwere Verluste entmuthigten Vertheidiger schon den Bückzugantreten, aber der tapfere Fürst Iwan Schuiski bat und drohte, undder Pskowopetschersker Igumen Tichon mit der Geistlichkeit mit Hei-ligenbildern und den Beliquien des heiligen Fürsten Wsewolod-Ga-briel bewogen sie Stand zu halten und von Neuem gegen den Feind

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