486 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
wurde rechtzeitig mit grossen Kriegs- und Proviant-Vorräthen für dieDauer einer längeren Belagerung versorgt.
Johann schrieb unaufhörlich an die Wojewoden und Truppen inPskow, dass sie ihres Eides und ihrer Pflicht eingedenk sein sollten.Um im Nothfalle Pskow zu Hülfe zu kommen, standen in Nowgorod40000 Mann unter dem Befehl des Bojaren Fürst Jurji Galitzyn undin Rshew 15000 Mann bereit: bei Woloko-Lamski befanden sich dieHauptkräfte des russischen Heeres unter dem Grossfürsten Simeon vonTwer. den Fürsten Mstislawski und Kur 1 j asche w, an der Oka abervon Kolomna bis Taruss — für den Fall eines Angriffs vom Krym-Khan— die Fürsten Wassilji Schuiski und Schestunof. Im Ganzenstanden also in Pskow, Nowgorod und im Felde 300000 Mann unterWaffen. Johann selbst begab sich mit seinem ganzen Hofe, den Bo-jaren und der zarischen Druschine von AIexandrowska-Vorstadt nachStaritza, anscheinend um den persönlichen Oberbefehl über alle Truppenzu übernehmen, faktisch aber, um den von ihm erwarteten päpstlichenNuntius, den Jesuiten Antonius Possewin, zu erwarten, welcherFriedens-Unterhandlungen mit Bathori vermitteln sollte.
Die Pskowschen Wojewoden erhielten Anfangs August die Nach-richt von der Bewegung Bathori's gegen Pskow, und dass er unter-wegs Opotschek, Krassny und Ostrow genommen, auch am Ufer derTscherecha ein leichtes russisches Cavalleriecorps besiegt habe, —am18. August brannten sie die Vorstädte nieder, und bald nachher konntensie von dem Pokrowskaja-Thurme und der südlichen Stadtmauer in derFerne dicke Staubwolken erblicken, welche der Marsch des zahlreichenBathorischen Heeres von Süden her auf der Strasse von Ostrowverursachte; ä cheval dieser Strasse bezog dasselbe ein ausgedehntesLager, den linken Flügel an die Welikaja anlehnend, 2—3 Kanonen-schussweiten von Pskow's Südmauer entfernt.
Das aus verschiedenen Nationalitäten zusammengesetzte, vorzüglichbewaffnete undorganisirte, mit zahlreicher schwerer und leichter Artillerieund allen zur Belagerung erforderlichen Kriegs- und Proviant-Vorräthenversehene Heer Bath o ri's belief sich auf 100000 Mann Fussvolk, Reiterei,Kanoniere u. s. w. Als Bathori die Festung recognoscirt und von russi-schen Gefangenen Nachrichten über ihre Lage, Befestigungen, Kräfteund Mittel eingezogen hatte, erkannte er seinen Fehler und überzeugtesich, dass, was er vorher darüber erfahren, unrichtig gewesen war. Nochin Wilna hatte er den Bath des zu ihm übergegangenen Fürsten B j e 1 s ki,Pskow nicht, dagegen Smolensk zu belagern, verworfen, und mit derMehrheit seiner Wojewoden sich dazu entschlossen, Pskow zu belagernund zu nehmen, um desto leichter nachher Nowgorod zu erlangen. Abervor Pskow, angesichts von dessen Befestigung und Stärke, erkannte er,