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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldziige. 485

Alle diese Mauern, Thürme und Thore des alten Pskow sind imLaufe der drei Jahrhunderte seit jener Belagerung von 158182 nur zumTheil noch mehr oder weniger gut erhalten, grösstentheils aber halb oderganz eingestürzt oder beseitigt worden, heute ist von vielen derselbenkeine Spur mehr zu sehen.

Aus dieser Beschreibung bekommt man einen Begriff: 1) wie seit dem14. bis zum 18. Jahrhundert die russischen Städte im Allgemeinen, und diegrösseren im Besondern mit Steinmauern und Thürmen befestigt waren,2) wie stark 158182 Pskow durch seine Lage und Festungswerke war,wesshalb es auch nicht umsonst den Ruhm der ersten Festung des ganzenmoskauischen Reiches beanspruchte, und 3) welche Seiten und Stellenvon Pskow im Speziellen mehr oder weniger fest waren: längs der We -likaja und an dem Südwestwinkel über dem Fluss, sowie jenseits derPskowa nach Osten war sie unersteigbar, nach Süden zwischen Welikajaund Pskowa schwer zugänglich wegen der niedrigen Lage und des vonder oberen Pskowa feuchten und schlammigen Thonbodens, im Nordenaber, wo die äussere Mauer der Sapskowje zwar im Ganzen zugänglicherwar, bildeten wieder diese Mauern und die des Kreml, der DowmontowerFestung, und der mittleren Stadt ein vierfaches Hinderniss, ausserdemaber floss da noch die Pskowa, welche in ihrem unteren Laufe zwischenden oberen und unteren Gittern hohe und steile Ufer besass.

Die Vertheidigungsmittel von Pskow im Jahre 1581 entsprachenihrer festen Lage. Die Absicht Bath ori's, sie zu belagern, war Johannbekannt; er übertrug die Vertheidigung vier zuverlässigen Wojewoden,den Bojaren Fürsten Schuiski, Wassilji Feodorowitsch Skopinund Iwan Petrowitsch, Sohn des bekannten Wojewoden Peter undEnkel Iwan's , des berühmten Reichs-Verwalters zur Zeit von Johann'sMinderjährigkeit, und unter diesen dem Iwan Owtschin-Plescht-schejef und dem Fürsten Andreas Chworostinin-Bachtejarow-Lobanow-Rostowski. Er gab ihnen eine geschriebene Instruktionund nahm in der Upenski-Kathedrale vor dem Wladimirschen Mutter-Gottesbilde ihnen den feierlichen Eid ab, dass sie bis zu ihremTode nicht die Stadt Pskow an Bathori übergeben wollten.Den gleichen Eid nahmen sie den in Pskow ihnen unterstellten Bojaren-Kindern , Strelitzen, Kanonieren und Pskowschen bewaffneten Bürgernab, im Ganzen fast 30000 Mann (nach fremden Nachrichten etwa 7000Mann Cavallerie und 50000 Mann Fussvolk, die Pskowschen bewaffnetenBürger eingerechnet), wozu noch zahlreiche Artillerie gehörte. DieFestungswerke von Pskow wurden ausgebessert, überall Kanonen, Ge-wehre, Arkebusen aufgestellt, die Punkte bezeichnet, wo jeder Woje-wode mit seinen Truppen-Abtheilungen Posto fassen sollte. Pskow

Oalitzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 2. «>2